Der starke Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen in Österreich macht sich weiterhin bei der Zahl der Spitalspatientinnen und -patienten bemerkbar. Derzeit liegen 1.489 Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus. Innerhalb von 24 Stunden gab es am Dienstag erneut eine Zunahme von 112 Personen. 90 Patienten müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Innerhalb eines Tages waren 24 Todesopfer zu beklagen, berichteten Gesundheits- und Innenministerium.

Plus 32,6 Prozent innerhalb einer Woche

Das bedeutet, dass innerhalb einer Woche die Zahl der wegen Covid-19 im Spital zu behandelten Menschen innerhalb einer Woche um 32,6 Prozent angestiegen ist. Die meisten Patientinnen und Patienten gab es in Niederösterreich mit 355 Personen, gefolgt von Wien mit 335 und Oberösterreich mit 215 Personen. Die Zahl der Intensivpatienten ist seit Montag um 14 und innerhalb einer Woche um 34 Patienten angestiegen. Hier betrug das Plus sogar 60,7 Prozent innerhalb einer Woche.

Traurig hoch ist auch die Zahl jener Menschen, die seit Montag an oder mit Sars-CoV-2 gestorben sind. 24 Todesfälle wurden registriert, innerhalb einer Woche waren es 58 Tote. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit Ausbruch laut Ministerien 18.958 Tote in Österreich gefordert. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) weist bereits 20.183 Covid-Todesopfer aus.

Beschäftigte in Oberösterreich Spitälern laut AK am Limit

Die Arbeiterkammer Oberösterreich machte in einer Aussendung darauf aufmerksam, dass Beschäftigte in den Krankenhäusern "mehr und mehr am Limit" seien. Mittlerweile ist es an der Tagesordnung, dass es zu Bettensperren kommt, weil zu wenige Beschäftigte da sind. "Obwohl wir bereits vor drei Jahren eine ausführliche Studie präsentiert und mehr Personal in den Krankenhäusern gefordert haben, war die zuständige Landesrätin bis heute untätig und hat nichts unternommen, außer ein paar Alibi-Maßnahmen. Die von ihr versprochene Arbeitsentlastung für die Beschäftigten gibt es nach wie vor nicht. Es ist höchste Zeit, endlich zu handeln", sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Schon vor der Pandemie fehlten 2.500 Vollzeitäquivalente in der Pflege. Sechs von zehn Befragten glauben nicht, dass sie bis zur Pension arbeiten können. Ein Grund für die hohe Arbeitsbelastung aller Berufsgruppen im Krankenhaus sei die nach wie vor fehlende verbindliche Personalberechnung. Die Pflege-Personal-Rechnung wurde in den 1990er-Jahren für alle oberösterreichischen Spitäler erarbeitet und seither nicht mehr verändert.

Die AK Oberösterreich fordert deshalb unter anderem, dass die tatsächlichen Ausfallszeiten auf Abteilungsebene laufend erhoben und in den Personalberechnungen verbindlich berücksichtigt werden müssen. Außerdem sei eine Vorbereitung auf den Corona-Herbst durch verbesserte Personalplanung und Abbildung der Zusatzaufgaben während Pandemiezeiten im Regionalen Strukturplan Gesundheit notwendig.

11.758 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden

In den vergangenen 24 Stunden sind erneut 11.758 Infektionen hinzugekommen. Zwar liegt das wie üblich an einem Dienstag unter dem Sieben-Tage-Durchschnitt von 11.854 Fällen. Allerdings lag diese Zahl vor einer Woche noch bei 10.189. Das zeigt sich vor allen an der Sieben-Tage-Inzidenz, die von Montag auf Dienstag von 901,8 auf 924,1 Fälle pro 100.000 Einwohner anstieg. Auch die Zahl der aktiv Infizierten erhöhte sich um 352 auf 122.391 Fälle.

Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz ist weiterhin Wien mit 1.233,3, gefolgt von Niederösterreich, Salzburg und Oberösterreich (975,5, 890,5 bzw. 870). Danach rangieren das Burgenland (859,1), Vorarlberg (851,3), Tirol (758,3), die Steiermark (718,3) und Kärnten (655,6). Auch bei den absoluten Zahlen steht Wien an erster Stelle mit 3.977 registrierten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, dahinter folgen Niederösterreich mit 2.062, Oberösterreich mit 1.506, die Steiermark mit 1.136, Tirol mit 975, Salzburg mit 875, Vorarlberg mit 496, Kärnten mit 474 und das Burgenland mit 257 neuen Fällen.

Derzeit liegt die Positiv-Rate der PCR-Tests bei 13,1 Prozent. Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 120.114 PCR- und Antigen-Schnelltests eingemeldet, davon waren 90.076 aussagekräftige PCR-Tests.

Dritte Impfung am häufigsten

2.036 Impfungen sind am Montag durchgeführt worden. Davon waren nur noch 91 Erststiche, 172 Zweitstiche und 1.773 Drittstiche. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses 6,8 Millionen Menschen bzw. 75,7 Prozent der Bevölkerung bereits zumindest eine Impfung erhalten. Fast 5,4 Millionen Menschen und somit 60,1 Prozent der Österreicher verfügen über einen gültigen Impfschutz.

Am höchsten ist die Schutzrate (gültiges Impfzertifikat) im Burgenland mit 68,3 Prozent. In Niederösterreich haben 63,8 Prozent der Bevölkerung einen validen Impfschutz, in der Steiermark 61,6 Prozent. Nach Wien (58,4), Tirol (58,1), Kärnten (57,2), Vorarlberg (56,6) und Salzburg (56) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit 55,4 Prozent.

Seit Pandemiebeginn hat es in Österreich bereits 4,6 Millionen bestätigte Fälle gegeben. Genesen sind seit Ausbruch der Epidemie fast 4,5 Millionen Menschen. (apa, red)