41.726 Minderjährige haben 2021 Unterstützung der Erziehung in ihren Familien durch die Kinder- und Jugendhilfe erhalten, laut Statistik Austria um 3.237 (plus 8,4 Prozent) mehr als 2020. 12.871 wurden im Rahmen der "Vollen Erziehung" außerhalb der Familie unterstützt. Die Ausgaben für Erziehungshilfen (Unterstützung der Erziehung, Volle Erziehung, Hilfen für junge Erwachsene) betrugen 2021 insgesamt 759 Millionen Euro (plus 56,7 Mio. Euro bzw. plus 8,1 Prozent gegenüber 2020).

Ist das Wohl eines Kindes oder Jugendlichen in der Familie gefährdet, wird durch verschiedene Betreuungsformen der Kinder- und Jugendhilfe (z. B. Familienintensivbetreuung, sozialpädagogische Familienhilfe, Elterntraining, Einzelbetreuung) versucht, die Familie so weit zu unterstützen, dass eine außerfamiliäre Unterbringung verhindert werden kann. Kann der Verbleib in der Familie nicht aufrechterhalten werden, muss die Kinder- und Jugendhilfe Volle Erziehung in Form der Betreuung bei außerfamiliären Pflegepersonen oder in sozialpädagogischen Einrichtungen anordnen.

2021 wurden 12.871 Minderjährige im Rahmen der Vollen Erziehung betreut, um 193 (plus 1,5 Prozent) mehr als im Vorjahr. 61,3 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen lebten in Einrichtungen, 38,7 Prozent bei Pflegepersonen. Sowohl in der Unterstützung der Erziehung (54,2 Prozent) als auch in der Vollen Erziehung (53,3 Prozent) lag der Anteil der Buben über jenem der Mädchen.

Mehrheit der Betreuten zwischen 6 und 14 Jahre alt

Nach Altersgruppen unterschieden, war im Rahmen der Unterstützung der Erziehung mehr als die Hälfte (51,4 Prozent) der betreuten Kinder und Jugendlichen sechs bis unter 14 Jahre alt (14 bis unter 18 Jahre: 25,1 Prozent, unter sechs Jahre: 23,5 Prozent). In der Vollen Erziehung entfiel auf die Sechs- bis unter 14-Jährigen (44,3 Prozent) und die 14- bis unter 18-Jährigen (40,6 Prozent) ein annähernd gleich hoher Anteil, während die Jüngsten nur 15 Prozent ausmachten.

Bereits von der Kinder- und Jugendhilfe unterstützte Jugendliche können nach Erreichen der Volljährigkeit im Bedarfsfall weiter Hilfe erhalten. 2021 wurden 2.121 junge Erwachsene (18- bis unter 21-Jährige) in sozialpädagogischen Einrichtungen oder von Pflegepersonen betreut und 1.350 derselben Altersgruppe in der Familie (ambulant) unterstützt. Bei dieser Form der zeitlich verlängerten Hilfestellung, auf die kein Rechtsanspruch besteht, ist die Anzahl der Betreuten gegenüber dem Vorjahr im stationären Bereich um 67 bzw. 3,1 Prozent gefallen, während sie im ambulanten Bereich um plus 35 bzw. plus 2,7 Prozent angestiegen ist.

Während im Bereich der Unterstützung der Erziehung Niederösterreich mit 25 Prozent den höchsten Anteil betreuter Kinder und Jugendlicher hatte, lag bei der Vollen Erziehung Wien mit 31,5 Prozent deutlich vor den anderen Bundesländern. Wird die Anzahl der betreuten unter 18-Jährigen in Relation zur gleichaltrigen Wohnbevölkerung gesetzt, zeigt sich eine große Bandbreite bei den Betreuungsquoten: Bei der Unterstützung der Erziehung kamen in Kärnten 2021 auf 1.000 Minderjährige 37,6, in Oberösterreich hingegen nur 17,3 betreute Kinder und Jugendliche (Bundesländerdurchschnitt: 27,0). In der Vollen Erziehung reichte dieser Wert von 12,3 in Wien bis 5,8 in Oberösterreich (Durchschnitt: 8,3).

Auch bei der Zuerkennung der Hilfen für junge Erwachsene gab es 2021 deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: Erhielten in Tirol 14,6 von 1.000 18- bis unter 21-Jährigen weiterhin professionelle Unterstützung, während sie in ihrer Herkunftsfamilie lebten, kam eine solche Unterstützung in Niederösterreich und Wien praktisch nicht zur Anwendung. Im Bereich der außerfamiliären Betreuung lag die Quote zwischen 10,8 (Tirol) und 4,7 (Burgenland) jungen Erwachsenen. (apa)