Das Land Burgenland hat am Montag bei einem Runden Tisch mit Experten und Vertretern mehrerer Organisationen über Lösungen für den von Trockenheit geplagten Neusiedler See und den Seewinkel beraten. Derzeit werden Alternativen zur geplanten Wasserzufuhr aus der ungarischen Moson-Donau geprüft, weil das Vorhaben stagniere, erläuterte Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) bei einer Pressekonferenz. Außerdem sind Maßnahmen bei der Landwirtschaft im Seewinkel angedacht.

Beim Runden Tisch dabei waren unter anderem die Landtagsparteien, Experten des Landwirtschafts- und Klimaschutzministeriums sowie Vertreter von Landwirtschaftskammer, WWF, Birdlife, Berufsfischern, Tourismus, Esterhazy und der Biologischen Station Illmitz. Eine erste Maßnahme zum Erhalt des Neusiedler Sees startet schon im Oktober. Dann nimmt die Seemanagement GmbH, die für Schilf- und Schlammmanagement zuständig ist, ihre operative Tätigkeit auf.

Die geplante Wasserzuleitung aus der Moson-Donau sei laut Machbarkeitsstudie zwar möglich, parallel dazu werde aber auch eine innerösterreichische Lösung, die ebenfalls die Donau beinhaltet, geprüft, meinte Dorner. Grund dafür sei, dass man sich nicht von Ungarn abhängig machen wolle und dass eine gemeinsame Lösung mit dem Nachbarn nun schon einige Zeit auf sich warten lasse. "Zurzeit stagniert das Projekt sehr stark", sagte Christian Sailer, Leiter der "Task Force Neusiedler See/Seewinkel".

Bewässerung der Landwirtschaft wird geprüft

Geprüft werden soll auch die Landwirtschaft im Seewinkel, vor allem die Bewässerung. Man werde diskutieren müssen, ob im Seewinkel weiter bewässerungsintensive Kulturen angebaut werden sollen, betonte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ). Derzeit sei eine Bewässerung im Ausmaß von 21 Millionen Kubikmeter bewilligt. "Im Moment wird durchleuchtet, welche Mengen künftig verträglich sein werden", so Eisenkopf. Ein Gutachten soll klären, welche Grundwasserstände die Salzlacken in der Region brauchen.

Dass Maßnahmen notwendig seien, habe die Entwicklung des Grundwassers im Sommer gezeigt, sagte Eisenkopf. Auch der Wasserstand im Neusiedler See erreichte die niedrigsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen 1965. Am Montag lag er bei 114,88 Meter über Adria - und war damit einen halben Meter niedriger als im langjährigen Mittel. Auf den bisher niedrigsten Wert für Ende September aus dem Jahr 2003 fehlten 19 Zentimeter. (apa)