Manchmal sind es kleine Gesten, die besondere Freude auslösen. Der 17jährige krebskranke Gabriel wünschte sich sehnlich, dass sich das Staatsoberhaupt selbst bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Anna-Kinder-Spitals in Wien bedankt. 2019 ging sein Herzenswunsch in Erfüllung. Bundespräsident Alexander Van der Bellen schaltete sich per Videokonferenz in die Stationsbesprechung der Abteilung ein und sagte im Namen von Gabriel und von sich aus Dankeschön für die Zuwendung des Fachpersonals der Abteilung, aber auch aller Bediensteten des St. Anna-Kinderspitals.

Thomas' Wunsch war es, David Alaba zu treffen. 
- © Juergen Hammerschmid

Thomas' Wunsch war es, David Alaba zu treffen.

- © Juergen Hammerschmid

Gabriels Brief war von der sozialen Hilfsorganisation "Make a wish" an den Bundespräsidenten übermittelt worden. 25 Jahre gibt es diesen Verein, der Herzenswünsche schwerkranker Kinder im Alter von drei bis 18 Jahren erfüllt oder zu erfüllten versucht, mittlerweile in Österreich. Im Wiener Rathaus findet aus diesem Anlass am Sonntag, 2. Oktober, ab 14 Uhr ein Charity-Familienfest statt. Rund 1.600 Wünsche konnten in dem Vierteljahrhundert zur Freude der leidgeprüften Kinder verwirklicht werden.

Rückstau wegen der Corona-Einschränkungen

 

"Wir haben heuer im Sommer so viele Wünsche erfüllt wie nie zuvor", bilanziert Birgit Fux, Geschäftsführerin von "Make a wish"-Österreich im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Der Grund dafür war, dass die Einschränkungen wegen der Corona-Infektionen gerade auch die Erfüllung der besonders innigen Wünsche der Kinder und Jugendlichen, die zu Hochrisikopatienten zählen, enorm erschwert hat. Das betraf nicht nur Treffen mit bekannten Persönlichkeiten, die die erkrankten Mädchen und Burschen sich ersehnt haben, sondern auch die Betreuung durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Organisation. Wo dies möglich war, wurden etwa Wünsche in Form von Geschenken durch Fenster den schwerkranken Kindern überreicht, manchmal ging es nur per Lastenaufzug. Obwohl der Rückstau wegen der Corona-Beschränkungen in den Sommermonaten nun reduziert werden konnte, warten derzeit rund 80 junge Patienten in Österreich auf Hilfe von "Make a wish" (Details: make-a-wish.at) wie sonst andere Kinder auf das Christkind. Spenden aus Österreich bleiben im Land, wie die Geschäftsführung betont.

Vanessas Wunsch wurde in der Zirkusarena wahr. 
- © Make a wish / Gerhard Faktor

Vanessas Wunsch wurde in der Zirkusarena wahr.

- © Make a wish / Gerhard Faktor

Die Hilfsaktivitäten im Dienste der schwerkranken Kinder konnten seit dem Gründungsjahr in Österreich deutlich gesteigert werden. Zum Start 1997 durften sich drei Kinder und ihre Familien darüber freuen, dass ihnen über diese Initiative eine ganz besondere Freude während ihres Leidenswegs gemacht wurde. 130 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen mittlerweile das Engagement der Organisation. In Österreich ist sie mit dem Spendegütesiegel ausgezeichnet. Spenden sind steuerlich absetzbar.

Unter jenen rund 1.600 jungen Menschen, denen im vergangenen Vierteljahrhundert eine Freude bereitet werden konnte, war auch die vierjährige Elena, die an einem Gehirntumor erkrankt war. Ihr Wunsch, ein rosa Stelzenhaus zum Spielen samt Seilbahn und Schaukel ging in Erfüllung. Meist sind es Eltern oder Angehörige, aber etwa auch Betreuerinnen, die sich mit der Organisation in Verbindung setzen. Die Unterstützung kann als Sponsor durch die "Adoption" eines konkreten Wunsches erfolgen, aber etwa auch als Partner – beispielsweise als Hotel für eine Übernachtung.

Gegründet 1980 in US-Bundesstaat Arizona

 

So manchen mit Reisen verbundenen Herzenswunsch konnte "Make a wish"-Österreich ebenfalls verwirklichen. Darunter jenen des 16jährigen Stefan, der schon als jüngeres Kind gern mit einem Physikbaukasten spielte. Er konnte nicht nur mit seiner Mutter nach Genf in der Westschweiz reisen und dort das weltbekannte Cern-Zentrum besuchen. Er durfte außerdem einen Rundgang durch jene Abteilung machen, die die Magnete des Teilchenbeschleunigers testet. Mehr noch: er durfte dann auch an einem Experiment teilnehmen, um Myonen zu zählen. Als besondere Souvenirs gab es einen Teil eines Supraleiters, eine Photomultipliertube und einen Fotostreifen aus der Blasenkammer. Wie groß die Freude Stefans war, lässt sich aus seinem Dankesbrief ablesen: "Eine unvergessliches Erlebnis für mich!"

Gegründet wurde die "Make a wish"-Foundation bereits 1980 in den USA. Damals ging der Wunsch des siebenjährigen, an Krebs erkrankten Bub Chris aus Phönix im Bundesstaat Arizona in Erfüllung, der gern einmal Polizist werden wollte. Seine Mutter und zwei Polizisten gründeten damals die Organisation. Mittlerweile gibt es Schwesterorganisation in rund 50 Ländern, die bisher rund 520.000 Wünsche erkrankter Kinder erfüllt haben.