Es ist der niedrigste Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen 1965: Ende September lag dieser für den Neusiedler See bei 114,88 Meter über Adria und war damit 60 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel. Auf den bisher niedrigsten Wert für Ende September aus 2003 fehlten 19 Zentimeter. Der See selbst war an seiner tiefsten Stelle 1,10 Meter tief, sagt Karl Maracek vom hydrographischen Dienst des Burgenlandes auf Nachfrage – der langjährige Mittelwert lag bei 1,70 Meter.

Die klimawandelbedingten, anhaltenden Trockenperioden setzen dem See immer mehr zu. Um hier entgegenzuwirken, saugt derzeit im Segelhafen in Podersdorf ein 25 Tonnen schwerer Amphibienbagger Schlamm heraus. Der Wasserstand soll damit erhöht und die Schifffahrt möglich bleiben. Auch in Illmitz, Neusiedl und Purbach wird gearbeitet, vier weitere Seegemeinden folgen.


Ungarn-Projekt stagniert

Das Schlammmanagement sei "ein wichtiger Baustein im Themenkomplex See- und Seewinkel-Rettung", meinte dazu Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Der Schlamm werde im Labor untersucht und danach über die Landwirtschaftskammer an Bauern verteilt. Dabei handelt es sich laut Erich Gebhardt, Geschäftsführer der Seemanagement GmbH, um ein Pilotprojekt, bei dem verschiedene Geräte und Techniken zum Einsatz kommen. Die Forschung Burgenland soll zudem weitere Nutzungsformen finden.

Langfristige Lösungen für den Neusiedler See und den gesamten Seewinkel waren zuletzt Thema eines Runden Tisches des Landes Burgenland mit Experten und Vertretern unter anderem des Landwirtschafts- und des Klimaschutzministeriums und diverser Umweltschutzorganisationen.

Die geplante Wasserzufuhr aus der ungarischen Moson-Donau sei möglich und nach wie vor aktuell, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe des Landes, Christian Sailer, zur "Wiener Zeitung". Das Vorhaben stagniere jedoch, weil die Finanzierung in Ungarn noch nicht gegeben sei. Deshalb arbeite man parallel an österreichischen Detailprojekten, die zeigen sollen, inwiefern die Wasserverteilung innerhalb des Seewinkels möglich wäre.