"Combined Success", eine groß angelegte Übung des Landes Kärnten zu den Themen Energielenkung und Blackout, ist am Donnerstag beendet worden. An der seit Montag laufenden Übung waren insgesamt 1.100 Personen von Behörden, Einsatzorganisationen, Infrastruktureinrichtungen und Bundesheer beteiligt. Eines der Ergebnisse der Übung: Vor allem in Sachen Energielenkung gibt es noch Handlungsbedarf und Optimierungspotenziale, teilte der Landespressedienst in einer Aussendung mit.

Begonnen hatte die Übung am Montag mit einem Energiemangel-Szenario. Zuerst wurde in dem fiktiven Planspiel die Bevölkerung aufgerufen, Strom zu sparen. Es folgten Sparmaßnahmen bei energieintensiven Unternehmen, bevor Verordnungen für die nächste Stufe ausgearbeitet und kundgemacht wurden: Die teilweise Abschaltung des Stromes. Dafür wurde Kärnten in zwei Teile geteilt, in denen es jeweils abwechselnd für vier Stunden keinen Strom gab. In der Übung zeigten diese Maßnahmen aber keine Wirkung, weshalb schließlich das Netz zusammenbrach und ein Blackout die Folge war.

Test der Notstrombetriebe

Hier wurde vor allem in Klagenfurt und Villach real geübt: In Klagenfurt wurden zum Beispiel fünf über das Stadtgebiet verteilte "Leuchttürme" aktiviert, die Bürgerinnen und Bürgern im Notfall als Anlaufstelle zur Verfügung stehen. Außerdem wurde der Notstrombetrieb der Kläranlage sowie der Pumpstationen zur Aufrechterhaltung des Kanal- und Entsorgungssystems geprobt: "Hier konnten wichtige Erfahrungswerte zu Spritverbrauch und Logistik gesammelt werden", hieß es von der Stadtkommunikation. Die Berufsfeuerwehr simulierte Höhenrettungen, die Freiwilligen Feuerwehren waren in den Leuchttürmen und den eigenen Rüsthäusern vor Ort. Auch Mitglieder der Amateurfunker standen während der Übung im Einsatz.

Mehr Austauch mit dem Bund gefordert

Energiereferentin Sara Schaar (SPÖ) verwies auf einige Punkte, die nach der Übung nun verbessert werden sollen: "Wir konnten Verbesserungsbedarf bei der Kärntner Lenkungsverordnung identifizieren, was nun rechtlich eingearbeitet wird." Schaar appellierte auch an den Bund: "Vor allem Energie-Großverbraucher, die im Ernstfall ja direkt vom Bund Einsparziele vorgeschrieben bekommen, wünschen sich einen intensiveren Austausch mit dem zuständigen Ministerium."

Das betonte auch Kelag-Vorstand Reinhard Draxler: "Die zuständigen Stellen sollten Gespräche mit den Großkunden führen, um auszuloten, welche Unternehmen ihren Strombedarf durch Produktionsdrosselungen verringern können, ohne dass ihre Anlagen beschädigt werden, sodass sie später ihre Produktionen wieder hochfahren können." Das wäre "volkswirtschaftlich und auch betriebswirtschaftlich verantwortungsvoll". Die Techniker der Kelag hätten in der Übung die Abschaltpläne für das Netzgebiet erarbeitet. "Diese Pläne haben wir visualisiert und allgemein nachvollziehbar den Behörden vorgestellt." Aus den Abschaltplänen geht hervor, zu welchen Zeiten und in welchen Gebieten Strom auch im Fall einer Energiemangellage genutzt werden kann und wann es unter Umständen keine Versorgung gibt, um die Funktionsfähigkeit des Gesamtnetzes aufrecht zu erhalten.

Kärnten soll von den Erkenntnissen aus den Übungen aber nicht alleine profitieren, erklärten die Verantwortlichen. Erfahrungen, die man bei "Combined Success" gemacht hat, würden auch anderen interessierten Ländern zur Verfügung gestellt. (apa)