Kleine, lokale Energienetze für Strom, Wärme und Kälte, sogenannte "Microgrids", die Haushalte und Betriebe mit Energie versorgen, können helfen, die Stromkosten zu senken. Das zeigen Analysen des Kompetenzzentrums für Bioenergy and Sustainable Technologies (BEST) an zwei konkreten Beispielen solcher Mikro-Netze im kommunalen und privaten Bereich in Niederösterreich, teilte das Forschungszentrum in einer Aussendung mit.

In Microgrids wird der Energiebedarf selbstständig aus erneuerbaren Energien gedeckt. Überschüsse kommen in Batterie- oder Wärmespeicher und werden bei Bedarf abgerufen. Individuell gesteuert können sich solche Netze vom Energieversorger entkoppeln und funktionieren auch bei Stromausfall.

Stromkosten um fast ein Drittel reduziert

In Wieselburg (NÖ) betreibt das Kompetenzzentrum BEST ein Mikro-Netz, das das neue Feuerwehrhaus mit dem Bürogebäude des Technopols verbindet und auch für Forschungszwecke verwendet wird. Noch ohne die volle wirtschaftliche Photovoltaik- und Batteriekapazität auszuschöpfen, konnten die jährlichen Stromkosten im Jahr 2021 bereits um fast ein Drittel reduziert werden.

Auch in Privathäusern zeigen sich den Forschern zufolge die Vorteile eines Mikro-Netzes: Als Beispiel führen sie ein Microgrid eines Drei-Personen-Haushalts in Niederösterreich an, mit einer Photovoltaik-Anlage (4,5 kW), einem Batteriespeicher (19 kWh) und einer Ladestation für ein E-Auto. Im Februar hat sich der Energiezukauf vom Energieversorger im Vergleich zu 2021 um 73 Prozent auf 52 kWh reduziert, im Juni sogar um 92 Prozent auf 18 kWh. Damit seien die monatlichen Aufwendungen für Strom 2022 trotz der im selben Zeitraum verdreifachten Strompreise weit unter dem Niveau von 2021 gelegen.

Als weitere Vorteile von Microgrids nennen die Wissenschafter die CO2-Emissionsreduktion, die Entlastung der Stromnetze, wodurch sich Netzausbauten reduzieren lassen, die Dämpfung der von hohen Strompreisen angetriebenen Inflation und eine geringere Abhängigkeit von anderen Ländern und Konzernen. (apa)