Aktivisten der Gruppe "Letzte Generation" haben sich Montagfrüh in Linz auf der Hauptstraße festgeklebt. Sie forderten "endlich sinnvolle Sparmaßnahmen" in der Umwelt- und Energiekrise, allem voran Tempo 100 auf Autobahnen, wie sie in einer Aussendung mitteilten. Laut Polizei waren fünf Aktivisten vor Ort, drei hätten sich festgeklebt. Der Bereich vor dem Neuen Rathaus werde geräumt, der Einsatz war in der Früh noch im Laufen.

"Tempo 100 auf der Autobahn kostet nichts, und erspart uns jedes Jahr 180 Millionen Liter Sprit und 460.000 Tonnen CO2", kritisierte Aktivistin Jelena Saf das Zögern der Bundesregierung bei Klimamaßnahmen. "Ist es wirklich notwendig, dass sich Menschen an die Straße kleben, damit unser Überlebensrecht endlich ernst genommen wird? Wir haben alles andere versucht, und es hat nicht funktioniert", verteidigte ihr Mitstreiter Jacob Ranftl die Aktion und forderte ein Klimaschutzgesetz.

Konzentration auf Bundesländer

Bei einer Pressekonferenz Anfang November gab die Letzte Generation bekannt, sich mit Straßenaktionen auf die Bundesländer zu fokussieren. In Wien wolle man damit für dieses Jahr pausieren, "um der Regierung eine Nachdenkpause zu verschaffen". Sonstige Aktionsformate - "als Stichworte seien Kunst, Sport und Farbe genannt" - seien davon aber nicht betroffen.

Die Aktion zog eine Reihe von Reaktionen aus der Politik nach sich: Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) hat "absolut kein Verständnis" für "solche Chaos-Aktionen", Verkehrsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) kritisierte, dass dadurch noch mehr Stau verursacht und die Polarisierung der Gesellschaft vorangetrieben werde. Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) findet, dass niemandem gedient sei, "wenn permanent die ökologische Apokalypse ausgerufen wird", FPÖ-Landesparteisekretär Michael Gruber und der blaue Sicherheitsstadtrat Michael Raml sprachen gar von "Klebe-Terror". (apa, red)