In Niederösterreich sind im Thayatal und in der Wachau zahlreiche Bilder von Wildkatzen gelungen. Das Tier galt in Österreich seit Mitte der Fünfzigerjahre als ausgestorben oder verschollen. Die Wildkatzen-Aufnahmen beweisen laut einer Aussendung von Freitag eine eigenständige Population in der Wachau. "Der Status 'ausgestorben oder verschollen' sollte somit revidiert werden", plädierte Nationalparkdirektor Christian Übl für eine Änderung der bisherigen Rote Liste-Kategorie.

Wildkatzen galten in Österreich als nicht mehr existent. Heuer wurden in mehreren Bundesländern Wildkatzen fotografiert, wie hier in St. Johann im Walde in Osttirol. 
- © APAweb / Tiroler Jägerverband / Privat

Wildkatzen galten in Österreich als nicht mehr existent. Heuer wurden in mehreren Bundesländern Wildkatzen fotografiert, wie hier in St. Johann im Walde in Osttirol.

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"Neue Wildkatzen-Nachweise in der Wachau und die langjährigen Bestätigungen im Nationalpark Thayatal sind nun auch ein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass es sich bei dem Wiederauftreten der Wildkatze nicht um herumstreifende Zuwanderer, sondern um eine ortsansässige Waldviertler Population oder einzelne Teilpopulationen handelt", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Der ÖVP-Politiker bezeichnete die Rückkehr der Tierart "als Erfolgsgeschichte des Naturschutzes, insbesondere in Niederösterreich".

"So viele Nachweise wie nie zuvor"

Seit 2007 läuft ein Forschungsprojekt mit Lockstöcken und der Auswertung von Haarproben. "Im Jahr 2021 und im Frühling 2022 gab es im Nationalpark Thayatal so viele Nachweise wie noch nie zuvor", sagte Übl. Insgesamt dreizehn Mal konnten demnach Forscher mit ihren Fotofallen im Thayatal Wildkatzen dokumentieren. Aufgrund der unterschiedlichen Fellzeichnung habe man zwei verschiedene Individuen unterscheiden können, dies sei auch durch die Analyse der Wildtiergenetik Senckenberg in Deutschland bestätigt worden. In der Wachau wurde eine Wildkatze mit Jungtieren fotografiert. Bisher wurden durch genetische Analysen insgesamt sieben verschiedene Individuen nachgewiesen.