Blitzeinschläge, abgedeckte Häuser, verletzte Menschen: So schlimm wie  Deutschland hat uns das gestrige Unwetter zwar nicht getroffen. Doch im Flachgau und der Stadt Salzburg gingen am späten Nachmittag Hagelkörner in der Größe von Tischtennisbällen nieder. Betroffen waren die Gemeinden Eugendorf, Koppl, Plainfeld, Wals-Siezenheim und die Stadt Salzburg. Sie haben einen Gesamtschaden von rund 300.000 Euro angerichtet, 400 Hektar Agrarflächen wurden zum Teil völlig zerstört. Nicht nur Gemüsefelder, Ackerbaukulturen und Grünland, sondern auch Glashäuser und deren Kulturen wurden verwüstet.

In Tirol waren mehrere tausend Haushalte stundenlang ohne Strom, sie konnten erst am Donnerstag wieder versorgt werden. Besonders betroffen waren die Bezirke Kitzbühel, Schwaz und Kufstein. Entwurzelte Bäume kappten Stromleitungen. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz.

Überflutete Keller und verwüstete Felder in Deutschland
In Bayern waren Stromleitungen der Bahn betroffen. Die Westbahnstrecke war seit dem Nachmittag unterbrochen. Die ÖBB führte die Züge über Zell am See, es gab Verspätungen von bis zu 90 Minuten. Die Unwetterfront hat in Deutschland binnen weniger Minuten schwere Schäden angerichtet: Bäume wurden umgerissen, Dächer abgedeckt, Felder verwüstet, zahlreiche Keller wurden überflutet. Das volle Ausmaß der Schäden sei noch gar nicht absehbar, meldeten Polizeistellen in der Nacht zum Donnerstag.

Besonders betroffen waren die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg. Passanten wurden von herumfliegenden Trümmern oder herabstürzenden Ästen getroffen. Bahnstrecken und Straßen mussten zeitweise gesperrt werden, weil sie von Bäumen blockiert wurden. Erst in den späten Abendstunden konnte der Deutsche Wetterdienst Entwarnung geben.

Schwerverletzte in Oberbayern und Baden-Wüttemberg
In Oberbayern erlitt ein Mann schwere Verletzungen, als ein Baum auf sein Gartenhäuschen fiel. In Baden-Württemberg wurde eine Frau von einem Silo getroffen, das sich im Sturm gelöst hatte. Sie erlitt schwere Verletzungen. Im nordhessischen Frankenau hat eine Windhose mehrere Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Eine Frau wurde leicht verletzt, wie die Polizei berichtete.

Verzögerungen am Frankfurter Flughafen
Am Frankfurter Flughafen sorgte ein kräftiges Gewitter kurzzeitig für Verzögerungen im Flugverkehr. "Aus Sicherheitsgründen mussten wir Kapazitätseinschränkungen vornehmen und konnten nicht wie geplant starten und landen", sagte Flughafensprecher Thomas Uber.

Am Donnerstag soll es in Deutschland nach Angaben von Wetterexperten weiter kräftig schütten: Vor allem am Alpenrand seien bis zu 30 Liter pro Quadratmeter möglich, teilte Meteomedia mit. Zudem zögen neue "gewittrige Regenschauer" von Nordwesten nach Deutschland.