Dabei habe es sich um "untitulierte Zahlungen" gehandelt. Mit welchen Geschäften von BAE diese Zahlungen im Zusammenhang stehen, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, hießt es am Samstagvormittag von Seiten der Staatsanwaltschaft. Bestätigt wurde auch ein Bericht des Nachrichtenmagazins profil, wonach gegen Mensdorff-Pouilly der Tatverdacht bestehe, dass er im Zuge der Einvernahmen unter anderem auch gefälschte Belege vorgelegt haben soll, um die Zahlungen zu rechtfertigen. Deshalb hätten die Ermittler einen Haftbefehl wegen "Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr" erwirkt.

Eine Sprecherin der Staatsanwalt bestätigte zwar, dass es im Zusammenhang mit dem Kauf von schwedischen Saab-Gripen-Abfangjägern durch Tschechien auch den Verdacht der Bestechung gegen Mensdorff-Pouilly gebe. Dies sei aber nicht der Grund für die jetzige Festnahme.

Mensdorff-Pouillys Anwalt Harald Schuster bestätigte gegenüber der APA zwar, dass Geld über das Konto seines Mandaten gelaufen sei. Sowohl den Vorwurf der Geldwäsche als auch jenen der Bestechung wies er jedoch zurück. Es gebe keinen konkrete Person, die bestochen worden sei, gesprochen werde nur ganz allgemein von "Entscheidungsträgern".

Schweden ermittelt

Alfons Mensdorff-Pouilly steht schon seit langem im Zentrum von Ermittlungen der schwedischen Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der sogenannten Gripen-Affäre. Der die Untersuchungen in Stockholm leitende Staatsanwalt Christer van der Kwast zeigte sich von Mensdorff-Pouillys Festnahme nicht überrascht. Dieser sei "seit langem unser Mann", sagte van der Kwast am Samstag gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Die in österreichischen Medienberichten genannte Summe von 13 Millionen Euro, die Mensdorff-Pouilly vom britischen Waffenkonzern BAE erhalten haben soll, komme ihm bekannt vor, meinte der schwedische Staatsanwalt weiter. Die gemeinsam mit den britischen Behörden durchgeführten, "sehr komplizierten" Ermittlungen der Schweden hätten Summen im selben Bereich ergeben, nämlich "100 Millionen Kronen (8,73 Mio. Euro) und aufwärts". "Von einem Teil davon vermuten wir, dass es sich um Bestechungsgelder gehandelt hat", so van der Kwast laut TT.

Van der Kwast vermutet außerdem, dass ungefähr zur selben Zeit ähnliche Summen von Gripen-Hersteller Saab an BAE (British Aerospace Systems) geflossen seien. Die schwedische Staatsanwaltschaft ermittelt seit Februar 2007 im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Mensdorff-Pouilly und andere Personen, diese hätten beim Verkauf schwedischer Gripen-Kampfflugzeuge nach Tschechien und Ungarn Schmiergelder bezahlt. Die Angelegenheit brachte damals das Schwedische Fernsehen (SVT) ins Rollen.