Das Team begleitete alle FPÖ-Großereignisse. "Unser Hauptaugenmerk galt Tumulten, aufdringlichen Händeschüttlern, verwirrten Personen und politischen Störern", berichtet Linduska. "Es gab eine Arbeitsteilung zwischen uns, der Polizei, die sich um den Verkehr kümmerten, der Staatspolizei. Wir waren für das Innere des Veranstaltungsgebäudes zuständig."

Haiders medienwirksame Auftritte erschwerten die Arbeit: "Es kamen bis zu 5000 enthusiastische Fans, teils zu Tränen gerührt. Der frenetische Einzug von Haider und Riess-Passer und das Abdrängen der Fans durften nie fehlen. Am Ende wurde es wilder, es kam zu ausgiebigen Huldigungszeremonien. Wir mussten improvisieren. Es war schwierig, die Leute wegen eines möglichen Attentats abzuschirmen, gleichzeitig aber die Fans an ihren Jörg heranzulassen. Manche waren wütend, weil sie Haider nicht die Hand schütteln konnten. Autogrammpostkarten wurden sehr schnell verteilt." Sogar der Personenschutz war teilweise Inszenierung.

"Wollte ,der Jörg sein"

Jörg Haider wollte für alle "der Jörg" sein, andererseits aber um sich die Aura des Unantastbaren schaffen. Gerne kam er mit dem Helikopter. Eine Werbeagentur und ein eigenes Filmteam waren immer mit dabei. Große Zwischenfälle gab es nicht. "Einmal löste jemand falschen Bombenalarm aus. Beim burgenländischen Wahlkampf wurde ein randalierender Mann von uns abgeführt. Haider ließ ihn zur Podiumsdiskussion wieder hereinholen." Konfrontationen mit Hausbesetzern und "militanten Grün-Fundies" fanden auch statt.

Susanne Riess-Passer etwa war anzusehen, dass sie sich bei Großereignissen unwohl fühlte. "Herbert Haupt wirkte gesundheitlich überfordert. Haider hatte einen eigenen Fahrer, dem er vertraute. Oft durfte niemand mit ihm mitfahren. Haider wollte, dass keiner weiß, was er plant."

Nach den internen Machtkämpfen und der verlorenen Wahl endeten auch die Masseninszenierungen und damit Linduskas auch Auftrag.

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