Was sich künftig ändern dürfte, deutete Omar al-Rawi, Vorsitzender des Wahlkomitees, bei einer Podiumsdiskussion Donnerstagabend im Otto-Mauer-Zentrum an. "Bisher war der türkische Dachverband Atib bei der Führungsriege nicht dabei. Es gab in den letzten drei Jahren aber eine enge Kooperation." Dass Atib künftig in der IGGiÖ ziemlich stark vertreten sein wird, wurde an diesem Abend deutlich. "Von den 273 bisher gewählten Delegierten stammen 133 von Atib", berichtete der Atib-Vorsitzende und Religions attaché der türkischen Botschaft Seyfi Bozkus. Atib umfasst 63 Vereine und ist der größte der islamisch-türkischen Verbände.

Imame des türkischen Staats

Atibs Imame sind Angestellte des türkischen Staats und wirken nur fünf Jahre in Österreich. Kann der künftige Präsident Angestellter des türkischen Staats sein? "Nein, das geht nicht. Ich könnte nicht IGGiÖ-Präsident werden", erklärte der Attaché. Al-Rawi betonte, dass ihm in Österreich ausgebildete Imame lieber wären. Zurzeit gibt es aber keine theologische Fakultät für Imame in Österreich.

In den letzten Monaten hatten sich nach Änderung der IGGiÖ-Statuten und der Einführung einer neuen Wahlordnung rund 100.000 Personen, ein Fünftel aller Muslime, bei der IGGiÖ registrieren lassen. Al Rawi meinte, die neuen Statuten seien auch eine Reaktion auf Kritiker gewesen, die die Repräsentanz der IGGiÖ in Frage gestellt haben.