Kamal Helbawy (r.) mit Anas Schakfeh im Jahr 2006 bei einer Veranstaltung der PVÖ in Wien. Foto: Euro Arab Press
Kamal Helbawy (r.) mit Anas Schakfeh im Jahr 2006 bei einer Veranstaltung der PVÖ in Wien. Foto: Euro Arab Press

Seit 2005 organisieren die Grazer Uni und die Islamische Religionsgemeinde Graz, eine Einrichtung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), eine Vortragsreihe, die 8000 Euro Fördergelder vom Land Steiermark und 4000 Euro von der Stadt Graz erhielt. Vortragende aus dem Umfeld der Muslimbrüder waren etwa Osama Altikriti, Ahmed Jaballah und Kamal Helbawy, der ehemalige Sprecher der Muslimbrüder in Europa. Seine Reden dürften je nach Publikum stark variieren.

"Satanische Juden"


"Nehmt nicht Juden und Christen als Verbündete, denn sie sind untereinander verbündet." So wiegelte Helbawy auf einer der "Wiener Zeitung" vorliegenden Videoaufzeichnung die Zuhörer einer Konferenz der "Muslim Arab Youth Association" in Oklahoma City auf. "Oh Brüder, der palästinensische Streit ist nicht nur ein Konflikt über Grenzen und Land. Viel mehr ist er ein absoluter Kampf der Religionen: Zwischen Wahrheit und Falschheit, zwischen zwei Führungen, einer satanischen, geleitet von den Juden und ihren Mitverschwörern, und der religiösen von der Hamas."

In Österreich war Helbawy öfters Gast der Hamas-nahen "Palästinensischen Vereinigung in Österreich" (PVÖ). An der Uni Graz sprach er letzten Oktober über Ursache und Behandlung des Terrors. Dabei kritisierte er strenge Anti-Terror-Gesetze und anti-islamische Berichte.

"Diese Aussagen Helbawys waren mir unbekannt", erklärt der Schirmherr der Vortragsreihe, Wolfgang Benedek vom Institut für Völkerrecht. Benedek und IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh sehen die Verantwortung bei Kamel Mahmoud, dem Vorsitzenden der Religionsgemeinde, der die Redner vorgeschlagen hat. Schakfeh betont, er habe zu Helbawy "kein Verhältnis" und kenne ihn nur als Gast bei Veranstaltungen.

"Wir brachten die besten Personen her", meint Mahmoud am Telefon. Angesprochen auf die Muslimbrüder vermutet er hinter dem Interview den Verfassungsschutz und legt auf. Am Donnerstag wird Schakfeh einen Vortrag halten.