SONNENCHRONIK: Die Dauer der lichten Tage sinkt von anfangs 13 Stunden 24 Minuten auf 12 Stunden 8 Minuten am 23. Dann tritt um 0.23 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit die Tagundnachtgleiche ein, der astronomische Herbst beginnt und die Sonne steht am Anfang des Tierkreiszwölftels Waage. Im Freiluftplanetarium auf dem Georgenberg in Wien-Mauer kreuzt an diesem Tag mittags die helle Mitte des Schattens, den die Scheibe auf dem Nordmast auf den Nordweg wirft, die Mittellinie etwas oberhalb der Querspange mit der Aufschrift 22 SEP und dem Waage-Symbol am Fuß des Schrägmastes. Von der runden Platte in der Mitte der Sitzstufenpyramide, gesehen mit dem Auge in Brüstungshöhe, zieht die Sonne von der Tagundnachtgleichensäule im Osten zu der im Westen. Mittags verschwindet die Sonne am Tagundnachtgleichentag hinter der mittleren Quertafel am Südmast, die in 42° Höhe die Tagundnachtgleiche anzeigt. Die Aufbzw. Untergänge der Sonne gelten für das Erscheinen bzw. Verschwinden ihres Oberrandes mit Strahlenbrechung: der lichte Tag ist am 23. um 8 Minuten länger als 12 Stunden. Bis zum Monatsende sinkt die Dauer der lichten Tage weiter auf 11 Stunden 44 Minuten. Die Dämmerungsdauer nimmt dagegen ab, von 1 Stunde 53 Minuten auf 1 Stunde 44 Minuten.

Näheres zu den im Freiluftplanetarium verfolgbaren Erscheinungen des Sonnenlaufes ist im Begleitband nachzulesen; er wird gern samt dem Tierkreiskalender, der die Stellungen der hellen Planeten zeigt - nach Zahlungseingang von 14,30 auf P.S.K. 93.053.136, Österreichischer Astronomischer Verein, Begleitband -, zugesandt.

MONDCHRONIK: Am Morgen des Monatsersten zeigt sich der Mond als schmale Sichel, die in Erdferne im Krebs steht. Tags darauf kann tief in der Morgendämmerung nahe Ostnordosten die zarte Altlichtsichel gesehen werden. Sie ist die letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond am 3., der im Löwen eintritt. Der Mond taucht als feine Neulichtsichel wieder in der Abenddämmerung des 5. nahe Westen auf und steht am 6. unweit Jupiter. Tags darauf finden wir ihn nahe Venus. Die Libration, die perspektivische Schwankung der dunklen Mareflecken des Mondes gegen den Rand der Mondscheibe, rückt am 9. das kleine Mare Crisium in recht randnahe Lage. Das Erste Viertel tritt am 11. im Schlangenträger ein - nun zeigen sich die großen Ringgebirge und Krater an der Schattengrenze schon im Fernglas wunderschön. Weil der Mond am 12. in niedrigster Bahn vom Aufgang bis zum Untergang über den Himmel zieht, ist die Betrachtung im Fernglas recht bequem. Am nächsten Tag sorgt die Libration dafür, dass sich der Mondnordpol randfern zeigt. Die Erdnähe durchläuft der Mond am 16. im Wassermann und dort tritt auch am 18. der Vollmond ein. Am 22. finden wir den Mond nahe Mars; der Fleck Grimaldi am linken Rand seiner Scheibe zeigt sich der Libration wegen randnah. Das Letzte Viertel fällt auf den 25. in den Zwillingen. Dort zieht dann der Mond auch in höchster Bahn vom Aufgang bis zum Untergang über den Himmel. Unweit Saturn und in Erdferne im Krebs finden wir den Mond am 28. Das sind die beiden letzten Mondereignisse im September 2005.