Die Deponie im Gemeindegebiet von Theresienfeld, Bezirk Wr. Neustadt, zählte zu den größten Altlasten Österreichs mit einem fast einzigartigen Müll-Mix. Hier wurde zwischen 1973 und 1986 alles deponiert - vom "harmlosen" Hausmüll bis zu Fässern mit hochgradig krebserregenden Chemikalien.

Während sich der Namensgeber und Besitzer der Grusel-Grube samt Müll-Millionen rechtzeitig Richtung Karibik absetzte, bangten zigtausende Menschen um ihre Gesundheit und mussten zum Teil jahrelang aus dem Tankwagen mit Wasser versorgt werden.

Wie groß der entstandene Schaden unter Einbindung aller Facetten, von der Errichtung der Sperrbrunnen bis hin zu vielleicht noch ausbrechenden Krebsleiden ist, kann wohl nie genau beziffert werden. Derzeit ist eine Tonne Sondermüll im Schnitt rund 400 Euro "wert", was aber schon der en gros-Preis ist. Kleinere Mengen bringen - vor allem "schwarz" - oft wesentlich mehr, speziell wenn der Inhalt problematisch ist.

Mist um 140 Mill. Euro

Allein die Räumung der 925.000 Tonnen Grubeninhalt, die voraussichtlich Ende dieser Woche abgeschlossen sein wird, kostet insgesamt rund 140 Mill. Euro. Insgesamt 21 Entsorgungsfirmen waren im Verbund der "ARGE Räumung Fischer Deponie" seit August 2002 damit beschäftigt, täglich rund 3.000 Tonnen Material herauszuholen und einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen. Der Zeitplan dafür wurde gleich um mehrere Monate unterschritten. Das professionelle Vorgehen dabei fand bis zuletzt internationale Beachtung.

Dennoch ist der Albtraum noch nicht vorüber: Denn niemand weiß genau, was drunter ist. Also muss nun auch noch der Untergrund der leeren Grube mittels Bohrungen untersucht werden - und das könnte noch so manche böse Überraschung bringen. "Wir arbeiten uns in Fünf-Meter-Schichten durch den Schotter, bis die Giftkonzentrationen nachlassen. Und das dürfte noch bis 2005 dauern", weiß Techniker Michael Haslehner von der Bezirkshauptmannschaft Wr. Neustadt. Die Gefahr für das Grundwasser ist nämlich noch lange nicht gebannt - zumal auch noch weitere Gruben in der Umgebung auf eine Sanierung warten, etwa die Angerler-Grube, wo Fischer Pächter war.

Seitens der NÖ Grünen kommentiert man dieses "Jubiläum" mit einem weinenden Auge, "weil bereits vor Genehmigung dieser Deponien 1973 einschlägige Gutachten über den durchlässigen Schotterboden hier vorgelegen sind und eine solche gar nie erfolgen hätte dürfen", erklärt Labg. Martin Fasan.