Wien. (rel) Streifenfahrten, Verbrecherjagden, Strafzettelschreiben und Berichte tippen. Für immerhin jeden zehnten heimischen Polizisten ist das zu viel. Die Folge: Mit dem im Beruf angestauten Stress steigt die Gefahr für ein Burn-out.

Wie aus einer aktuellen Belastungsstudie des Innenministeriums, die am Mittwoch in Wien veröffentlicht wurde, hervorgeht, leiden 9,6 Prozent der Beamten unter "emotionaler Erschöpfung", bei den weiblichen Kollegen liegt der Wert mit 5,6 Prozent etwas darunter.

"Auffallend ist, dass die Burn-out-Gefahr mit Zunahme des Dienstalters steigt", betonte Studienautor Claus Polndorfer. Junge Polizisten seien demnach kaum, Kollegen ab 15 Dienstjahren dafür bis zu dreimal so stark gefährdet, "auszubrennen".

Lob für Teamwork


Befragt nach den Gründen, gab immerhin jeder Fünfte "Zukunftssorgen" und "Probleme im dienstlichen Ablauf" als Stressursache an. Was die Beamten besonders nervt, sind "bürokratischer Aufwand und die steigende Anzahl an Erlässen und gesetzlichen Vorschriften", erklärte der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Herbert Anderl. "Das gehört zum Beruf des Polizisten - ohne Regeln, Auflagen und Vorschriften gibt es keine Rechtstaatlichkeit." Um den Betroffenen zu helfen, seien 60 Experten und Psychologen als "Peers" im Einsatz, fügte Anderl hinzu. Zudem werde die Aus- und Weiterbildung intensiviert.

Was durch diese Studie - 86 Prozent der 1227 Befragten waren Männer, 13 Prozent Frauen - deutlich wurde, ist die hohe Zufriedenheitsrate: Lob gab es vor allem für das "Teamwork" in der Polizei, die Beziehung zum Vorgesetzten sowie die allgemeinen Rahmenbedingungen. Am wenigsten zufrieden zeigten sich die Studienteilnehmer mit der Bezahlung, den Aufstiegsmöglichkeiten und mit der Kommunikation.