Ein Jahr, nachdem der Skandal ins Rollen kam, sind die finanziellen Folgen überhaupt noch nicht abzuschätzen. Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles erwartet etwa 250 bis 275 Klagen von mutmaßlichen Opfern. Bisher war von Entschädigungssummen von umgerechnet bis zu 700 Mill. Schilling die Rede, die die Stadt insgesamt aufbringen muss. Wird aber das Bundesgesetz gegen erpresserische und kriminelle Organisationen (RICO) angewandt, könnte sich dieser Finanzrahmen verdreifachen. Im Justizministerium gibt es unterdessen auch Überlegungen, eine Sammelklage gegen das LAPD anzustreben.

Gegen 70 Rampart-Polizisten wird ermittelt, Dutzende sind aus dem Dienst entlassen oder suspendiert worden, drei Polizisten sitzen im Gefängnis. Mehr als 50 Verurteilte sind seit Bekanntwerden des Skandals aus dem Gefängnis entlassen worden. Etwa 100 Gerichtsurteile, die auf falschen Aussagen von Polizisten beruhten, wurden aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft will weitere 3.000 Fälle überprüfen.

Angefangen hatte alles vor zwei Jahren, als der frühere Polizist Rafael Perez verhaftet wurde - er hatte mehrere Kilo Kokain aus einem Polizeidepot gestohlen. Als Kronzeuge im Prozess vor einem Jahr packte Perez dann über die Gepflogenheiten seiner Kollegen aus.