Die 1998 begonnene, jetzt fertiggstellte vollautomatische Station nutzt die Blitzhäufigkeit am ORF-Sendemast am Gaisberg zu Messungen, die neue Erkenntnisse für den Blitzschutz erbringen sollen. Neben der direkten Strommessung an der Mastspitze werden das vom Blitzkanal abgestrahlte elektromagnetische Feld und die in Leitungen und Solarpaneele eingekoppelten Spannungen gemessen. Zur Verfügung steht auch eine Hochgeschwindigkeits-Videokamera, die pro Sekunde bis zu 1.000 Bilder aufzeichnet. Auswertungen der Daten des österreichischen Blitzortungssystems ALDIS hatten gezeigt, dass der ORF-Sendemast am Gaisberg jährlich von 40 bis 50 Blitzen getroffen wurde.

Blitzschlag ist noch immer die Hauptursache für Ausfälle in der Stromversorgung. Die Forschungsstation soll genauere Informationen über die physikalischen Abläufe bei einem Einschlag erbringen. Der Verbund erwartet sich davon eine wirtschaftliche Optimierung seiner Blitzschutzeinrichtungen. Partner für das europaweit einzigartige Gaisberg-Projekt sind die Kärntner Elektrizitätsgesellschaft Kelag und der Österreichische Verband für Elektrotechnik (ÖVE).

Im Gegensatz zur sogenannten Triggerung, bei der Blitze durch den Abschuss kleiner Raketen in die Gewitterwolken "künstlich" ausgelöst werden, können am Gaisberg natürliche Blitze untersucht werden. Die durch das Projekt gewonnenen Daten werden im Rahmen einer engen Kooperation mit mehreren bedeutenden Blitzforschungsstellen ausgewertet.