Die notwendige absolute Mehrheit könnte Van Staa - trotz ihrer deutlichen Verluste - mit der fünf Mandate starken offiziellen ÖVP-Liste, den Grünen (fünf Mandate) oder bisherigen Partnern wie Norbert Wimmer (Soziales Innsbruck) und Rudi Federspiel (der Ex-FPÖ-Stadtrat bekam 6,8 Prozent oder zwei Mandate) erreichen. Die konstituierende Gemeinderatssitzung mit der Bürgermeisterwahl findet Ende April statt.

Neben den 16 Mandaten seiner Liste "Für Innsbruck" kann Van Staa auch auf das Mandat der VP-Seniorenbundliste zurückgreifen, die mit ihm gekoppelt hat. Im "VP-Lager" gibt es allerdings auch dezidierte Van-Staa-Gegner wie etwa den FCG-Personalvertreter Karl Braun, der mit seiner Namensliste einen Sitz erreichen konnte.

"Für Innsbruck" war mit dem Stimmenanteil von 36,3 Prozent (plus 13,5 Prozentpunkte) fast dreimal so stark wie die Fraktion auf Rang zwei, die Grünen (12,6 Prozent).

Die ÖVP, die drei Mandate verlor, rutschte von ihrem historischen Tiefststand 1994 mit 18,9 Prozent weiter ab und kam mit 11,5 Prozent (minus 7,4 Prozentpunkte) auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1945. Die zerstrittenen drei SPÖ-Listen blieben zusammen deutlich unter dem Ergebnis von 1994, als sie noch mit 26,6 Prozent und elf Mandaten die relative Mehrheit erreicht hatten. Die offizielle SPÖ-Liste kam auf 11,7 Prozent oder fünf Mandate. Das "Soziale Innsbruck" von SP-Vizebürgermeister Norbert Wimmer erreichte 4,4 Prozent oder zwei Mandate. Die mit Wimmer gekoppelte SP-Pensionistenliste "Heute für Morgen" ging mit 0,9 Prozent sogar leer aus.

Die FPÖ musste Verluste in allen Bezirken hinnehmen. Sie kam auf 7,8 Prozent (minus 4,9 Prozentpunkte) oder drei Mandate (minus zwei). Die Grünen legten im Vergleich zu 1994 um 2,2 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent oder fünf Mandate (plus eins) zu.

Das LIF konnte 1994 noch einen Stimmenanteil von 2,5 Prozent erreichen. Am Sonntag erzielte es nur um 100 Stimmen mehr als die KPÖ und war weit von einem Mandatsgewinn entfernt. Am wenigsten Stimmen, nämlich 261, erhielt die Liste der "Unabhängigen" Richard Lugners.