Keine Entscheidung wurde bisher in den Parteigremien über eine Urabstimmung über das Manzenreiter-Reformpaket getroffen; es dürfte sich keine Mehrheit dafür finden.

"Seit Montag Mittag gab es keinerlei Kompromissbereitschaft von Seiten Manzenreiters", sagte Trunk nach der Sitzung von Parteipräsidium und -vorstand. Am Dienstag habe Manzenreiter die Partei

gebeten, zwei neue Namen für die Regierungssitze bekanntzugeben. Das habe man einhellig abgelehnt. Manzenreiter war am 16. November als Vorsitzender zurückgetreten, weil er im Parteivorstand keine

Mehrheit für sein Reformpaket erhalten hatte. Er selbst stellte jetzt fest, dass er beim Parteitag am 12. Februar 2000 nicht als Kandidat zur Verfügung stehen werde. Er sagte weiters, dass es den

meisten in der Kärntner SP an Reformwillen mangle.

Die Gefahr einer Parteispaltung sehen weder Trunk noch Manzenreiter. "Wenn jemand mit Spaltung droht, dann muss er den Schritt setzen", meinte die geschäftsführende Vorsitzende. Der Ex-Parteichef

erklärte, er werde alles tun, um eine Spaltung zu verhindern.

Zu dem für 12. Februar 2000 angesetzten Parteitag sagte der interimistische Landesgeschäftsführer Hermann Riepl, dass Vorschläge für den Landesvorsitz bis zum 22. Jänner einlangen müssen.

Mit Manzenreiter (53) ist übrigens der bisher am kürzesten amtierende Kärntner SP-Landesparteivorsitzende endgültig abgetreten. Erst am 23. April wurde er zum Nachfolger von Michael Ausserwinkler

an die Spitze der Landespartei gewählt; genau 222 Tage später erklärte er seinen endgültigen Rücktritt. Manzenreiter ist Bürgermeister von Villach.