Hugo-Michael Sekyra (57), Aufsichtsrats-Chef von Böhler-Uddeholm, Ex-ÖIAG-Generaldirektor und zuletzt Chef des tschechischen Chemiekonzerns Chemapol, hat sich · wie die österreichischen

Sicherheitsbehörden auch am Sonntag bestätigten · das Leben genommen. Das Wiener Sicherheitsbüro schließt nach wie vor kategorisch jegliche Möglichkeit eines Fremdverschuldens aus.

Sekyra wurde Freitag früh in seiner Wohnung in Wien tot aufgefunden. Laut Polizei hinterließ er keinen Abschiedsbrief, das Motiv könnten nach Polizeiangaben finanzielle Probleme gewesen

sein. Sekyra hinterläßt eine Frau, einen Sohn und zwei Stiefkinder.

In Wirtschaftskreisen löste die Nachricht über Sekyras Tod Bestürzung aus. Allgemein wurde die Einschätzung vertreten, daß man einen derartigen Schritt von ihm niemals erwartet hätte.

Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl war mit Sekyra vor rund einer Woche zu einer Routinebesprechung zusammengetroffen. Dabei habe Sekyra nicht den leisesten Anflug einer Resignation oder eines

Problems gezeigt. Vielmehr sei er zuversichtlich gewesen, daß sich die Meinungsverschiedenheiten bei Chemapol in Prag wieder bereinigen würden. Sekyra war dort vor kurzem als Vorstandschef abgelöst

worden. Der gebürtige Niederösterreicher stand von 1986 bis 1993 an der ÖIAG-Spitze und war dann für die Auricon-Gruppe tätig. Anfang 1998 wechselte er zu Chemapol.