Zur Unterstützung seiner Forderung nach einem neuen österreichischen Waffensicherheitsgesetz lud der Verein "Waffen weg" Freitag den Vorsitzenden des englischen Vereins "Gun Control

Network", Mick North, zu einem Pressegespräch nach Wien ein. North, dessen Tochter 1996 von einem Amokläufer in der Volksschule von Dunblane in Schottland erschossen worden war, berichtete über das

neue, strengere Waffengesetz in seiner Heimat.

Unmittelbar nach dem Massaker in Dunblane, bei dem 16 Kinder und die Lehrerin erschossen wurden, setzte laut North eine breite öffentliche Diskussion über ein Waffenverbot in privaten Haushalten ein.

Die Konsequenz war 1997 ein neues Gesetz für ganz Großbritannien (eingeschränkt in Nordirland), welches das Halten von Handfeuerwaffen, egal ob groß- oder kleinkalibrig, im eigenen Haushalt

verbietet.

Laut North wurden bis Februar dieses Jahres 95 Prozent der registrierten Waffen abgegeben. Ausgenommen von der Regelung sind vor Lang- und Luftdruckwaffen. Auch für Sportschützen sei eine sinnvolle

Lösung gefunden worden, indem die Faustfeuerwaffen im Verein aufbewahrt werden müssen. Maria Navarro, Vorsitzende des Vereins "Waffen weg", fordert für Österreich ähnliche Regelungen. Laut

einer UN-Studie habe Österreich weltweit das sechst-liberalste Waffengesetz. Dabei "werden seit Mauterndorf (im November 1997) nahezu monatlich Menschen durch legale Waffen getötet", gibt sich

Navarro mit der derzeitigen Verläßlichkeitsprüfung nicht zufrieden.

Der Psychotest sei "bekanntermaßen nicht sehr streng". Ein Entzug der Waffenberechtigung erfolge bei der Überprüfung der Vorstrafen erst nach zumindest dreifachen schwerwiegenden

Verwaltungsübertretungen im Zustand der Trunkenheit.

Schußwaffen sollen laut Navarro nur noch Jäger, Sportschützen, Personen mit besonderem Bedarf und Sammler mittels Sonderregelung besitzen dürfen. Bei der politischen Durchsetzung ihrer Forderungen

hofft Navarro auf Gespräche mit der ÖVP. Denn sie orte auch in der ÖVP positive Signale. Bei der ganzen Diskussion müsse man bedenken, daß "niemand garantieren kann, daß mit einem schärferen

Waffengesetz nicht weniger Menschen sterben müssen".

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas stellte sich hinter die Forderungen des Vereins "Waffen weg". Er appellierte an die ÖVP, und ein strengeres Waffengesetz nicht mehr länger zu verzögern.