Als Grund für diesen Schritt nannte er am Dienstag "wirtschaftliche Einbrüche" in seiner Rechtsanwaltskanzlei. Politische Gründe habe der Rücktritt nicht, betonte Prader: "Ich bereue

meinen Ausflug in die Politik keine Sekunde." Der Rücktritt sei mit dem Landesvorstand und mit dem Gemeinderatsklub abgesprochen.

Als Nachfolgerin wünscht sich Prader "persönlich" seine bisherige Stellvertreterin, die Umweltsprecherin der Wiener Grünen, Eva Glawischnig (29). Die Entscheidung fällt erst bei der Landesversammlung

am 4. Oktober. Der Vorstand der Wiener Grünen nahm den Prader-Rücktritt "mit großem Bedauern" zur Kenntnis.

Die größte politische Enttäuschung seiner dreijährigen Amtszeit hat Prader die SPÖ bereitet. Das rot-grüne Arbeitsübereinkommen sei zwar "gut und erfolgreich" ausverhandelt worden. Nur sei

die Koalition mit der ÖVP dann doch genauso starr wie auf Bundesebene geworden. Vor allem in gesellschaftspolitischen Fragen "geht nichts weiter", kritisierte Prader. Prader empfahl den Grünen,

trotzdem eine rot-grüne Stadtregierung als Ziel nach der nächsten Gemeinderatswahl anzupeilen.

Prader betonte, daß er den Grünen auch ohne offizielle Funktion in der einen oder anderen Form verbunden bleiben werde. Die Tätigkeit bei den Grünen habe es aber mit sich gebracht, daß Klienten

geglaubt hätten, er habe jetzt keine Zeit mehr.

Als Rechtsanwalt vertritt Prader beispielsweise eine Klage gegen die Betreiber des AKW Mochovce und betreibt eine Verfassungsbeschwerde gegen die Regelung beim Karenzgeld für Alleinerzieherinnen.

Prader ist Mitbegründer der Plattform "SOS Mitmensch".