Los Angeles. Auf dem Video sind die Schreie eines Mannes zu hören, der verzweifelt um Vergebung fleht. Dann ruft der von sechs Polizisten umringte Obdachlose nach seinem Vater. Es sind seine letzten Worte, bevor er ins Koma fällt und kurz darauf im Krankenhaus stirbt.

Vorausgegangen war dem Vorfall in der US-Stadt Fullerton ein Polizeieinsatz, der die beteiligten Beamten jetzt gehörig in Bedrängnis bringt. Laut den Passanten, die das Video gedreht haben, sind die Polizisten fünf Mal mit Elektroschockpistolen auf den Obdachlosen losgegangen. Auch als der Mann bereits wimmernd am Boden lag, sollen die Beamten den 37-Jährigen weiter mit dem Taser traktiert haben. Der Vater des Mannes machte die Polizisten bereits unmittelbar für dessen Tod verantwortlich.

Die Polizisten wurden nach dem Auftauchen des Videos suspendiert. Eine Untersuchungskommission des FBI soll nun die genauen Umstände der Tat klären. Ein Anwalt der Polizisten erklärte aber bereits, der Taser sei nicht „übermäßig” verwendet worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Video von einem vermutlich unverhältnismäßigen Polizeieinsatz in den USA für Empörung sorgt. Die auf Video gebannte Misshandlung des Afroamerikaners Rodney King im März 1991 sorgte tagelang für schwere Unruhen.