Monterrey. Auch wenn die Mexikaner ständig mit hohen Opferzahlen des in ihrem Land tobenden Drogenkrieges konfrontiert sind, erschüttert sie die jüngste Tat besonders: Bei einem Anschlag auf ein Kasino in der nordmexikanischen Millionenstadt Monterrey sind mindestens 53 Menschen ums Leben gekommen.

Bis zum späten Donnerstagabend (Ortszeit) holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Gebäude des Bingo-Kasinos Royal. Die Zahl der Verletzten war zunächst unklar.

Am Nachmittag war eine Gruppe Schwerbewaffneter in das Gebäude eingedrungen, hatte das Feuer auf die Anwesenden eröffnet, Benzin in Brand gesetzt und mehrere Handgranaten gezündet. Dabei waren mehrere Dutzende Menschen eingeschlossen worden, nachdem in dem Gebäude ein Feuer ausgebrochen war, berichtete das örtliche Fernsehen von Monterrey. Viele Kasinobesucher hätten in den Toiletten vor den Explosionen Zuflucht gesucht, wo sie dann am Rauch erstickt seien.

Über die Hintergründe der Tat lagen zunächst keine Angaben vor. Nach Medienberichten war das 1720 Quadratmeter große Kasino aber bereits in jüngerer Vergangenheit mehrmals attackiert worden, weil die Eigentümer sogenannte Schutzgeldzahlungen verweigert hatten. Die örtliche Staatsanwaltschaft vermutet ein Drogenkartell hinter dem Anschlag.

Scharf verurteilte Präsident Felipe Calderon die Bluttat als einen Akt des Terrors. Er setzte Einheiten der Streitkräfte in Bewegung, um die örtlichen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Bisher haben aber ähnliche Maßnahmen wenig gebracht in dem Staat, der vom Drogenkrieg und zunehmender Gewalt heimgesucht wird. Monterrey, das wichtigste Industriezentrum des nordamerikanischen Landes rund 1500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Ciudad de Mexico, galt vor wenigen Jahren noch als sicherste Stadt des Landes. Nun ist es eine der am schwersten vom Drogenkrieg betroffenen Städte Mexikos. Mehr als 70 Menschen wurden allein im vergangenen Monat in der drittgrößten Stadt des Landes getötet. Wegen der zunehmenden Unsicherheit denken immer mehr Unternehmen daran, ihre Aktivitäten aus der Vier-Millionen-Metropole in andere Regionen des Landes zu verlegen.