Wien. Am Montag jährte sich der Anschlag auf die jüdische Synagoge in der Seitenstettengasse im 1. Wiener Bezirk zum 30. Mal. Er wurde von zwei Anhängern der palästinensischen Extremistengruppe "Fatah Revolutionärer Rat" des Terroristen Abu Nidal verübt. Zwei Menschen starben, 21 wurden verletzt. Einer der Männer hatte auch einen Anschlag auf den damaligen Präsidenten der Österreich-Israelischen Gesellschaft, Heinz Nittel, verübt.

Nach wenigen Tagen deckte die Polizei ein palästinensisches Terrornetz auf. Die zwei Attentäter von Wien wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, einer ist mittlerweile wieder frei. Der mutmaßliche Anführer bekam 20 Jahre Haft. Die Gruppe um Abu Nidal soll vergeblich versucht haben, die drei Gefangenen gegen einen "Nicht-Angriffs-Pakt" mit Österreich freizukaufen. Zwei Attentate auf die Flughäfen Wien-Schwechat und Rom sollen die Antwort darauf gewesen sein: Bei den Anschlägen im Dezember 1985 auf einen Check-in-Schalter der israelischen Fluggesellschaft "El Al" in Schwechat wurden drei Menschen getötet und 40 teils schwer verletzt.