Tokio. Ein japanischer Parlamentsabgeordneter hat ein Glas mit Wasser getrunken, das aus einer radioaktiven Lacke im havarierten Atomkraftwerk Fukushima stammte. Das japanische Fernsehen zeigte Aufnahmen von einem sichtlich nervösen Yasuhiro Sonoda, der das aus der Anlage entnommene und dekontaminierte Wasser im Beisein von Journalisten schluckte. Er wisse, dass dies nicht die Sicherheit beweisen könne, sagte Sonoda am Montag. "Der beste Weg wäre es, der Öffentlichkeit Daten vorzulegen." Er habe das Wasser aber getrunken, da Journalisten ihn immer wieder aufgefordert hätten zu beweisen, dass die Region um das Kraftwerk sicher sei.

Durch ein verheerendes Erdbeben und einen anschließenden Tsunami war die Atomanlage in Fukushima am 11. März schwer beschädigt worden. Vorsichtshalber wurden auch andere AKW heruntergefahren. Derzeit sind nur 10 der 54 Reaktoren im Land am Netz. Einer soll allerdings wieder hochgefahren werden. Der Betreiberkonzern Kyushu Electric Power auf der südlichen Hauptinsel Kyushu will einen Reaktor in der Atomanlage Genkai am Mittwoch wieder ans Netz bringen.

Belgien steigt aus

Belgien will ab 2015 aus der Atomkraft aussteigen. Die künftige Regierungskoalition unter der Führung des wallonischen Sozialdemokraten Elio di Rupo bestätigte ein entsprechendes Gesetz, das eigentlich schon 2003 beschlossen worden war, will aber erst später festlegen, wann der erste Reaktor tatsächlich abgeschaltet wird. Belgien hat insgesamt sieben Reaktoren.