Wien.

Wie schon im Oktober kam es auch am Montag wieder zu Verzögerungen am Flughafen Wien-Schwechat. Grund war eine Protest-Betriebsversammlung von Mitarbeitern in der Bodenabfertigung. - © APAweb / Herbert Pfarrhofer
Wie schon im Oktober kam es auch am Montag wieder zu Verzögerungen am Flughafen Wien-Schwechat. Grund war eine Protest-Betriebsversammlung von Mitarbeitern in der Bodenabfertigung. - © APAweb / Herbert Pfarrhofer
Fast zwei Stunden hat am Montag eine Betriebsversammlung der Arbeiter der Bodenabfertigung am Flughafen Wien-Schwechat gedauert. In dem Ausmaß gab es auch rund 15 Flugverspätungen, sagte der Vorsitzende des Arbeiter-Betriebsrats des Flughafen Wien, Dieter Rozboril, zur APA. Er sprach von Verzögerungen von bis zu 157 Minuten bei einzelnen Abflügen.

Am Flughafen in Graz gab es am Montagnachmittag ebenfalls eine Betriebsversammlung. Anders als beim letzten Protest im Oktober waren auch in Deutschland bei den beteiligten Airports unterschiedliche Beginnzeiten angesetzt. Es ging wie bei den letzten Protestversammlungen um einen EU-Entwurf, der die Flughafenbetreiber zur Auslagerung der Bodenabfertigung zwingen soll. Die bisherigen Flughafenmitarbeiter fürchten Lohndumping und Sozialabbau.

Mittlerweile gebe es Gespräche, sagte Rozboril. Diese Woche habe man einen Termin beim österreichischen EU-Kommissar Hahn. "Ihn werden wir um Unterstützung ersuchen und klarmachen, dass wir uns das nicht gefallen lassen", so der Arbeiterbetriebsrat von Wien. "Es werden sicher weitere Betriebsversammlungen folgen. Allein die 2.200 Mitarbeiter, die ich zu vertreten habe, arbeiten rund um die Uhr, an jedem Wochenende. Man kann sie nicht alle mit einer Veranstaltung erreichen."

Anträge gab es am Montag keine in Wien-Schwechat. Dafür umfasse die Beschlusslage nach der Oktober-Versammlung schon "alle gewerkschaftlichen Maßnahmen", eine Streikmöglichkeit wäre inkludiert. Das sei aber so lange kein Thema, so lange es Gespräche gebe. Am 30. November werde die EU-Kommission ihre Vorschläge zur Richtlinie im Detail vorlegen. "Da werden wir sehen, ob auf unsere Bedenken Bedacht genommen wurde. Wir vermuten jetzt einmal, eher nicht". Dann werde es "weitere Maßnahmen" geben, versicherte der Arbeitnehmervertreter, wie immer in Abstimmung mit anderen europäischen Airports.