Bregenz/Wien. Ohne Schneeketten ging am Mittwoch in der Früh nichts mehr: Die Arlberg-Passstraße in Stuben wurde nach starken Schneefällen gesperrt. Die Vorarlberger Wintersportorte Lech und Zürs waren nach Lawinenwarnungen kurze Zeit von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Verkehrswege nicht mehr sicher genug waren. Nach gezielten Sprengungen beruhigte sich die Situation dann wieder. Zum Teil war in der Nacht auf Mittwoch in Vorarlberg ein halber Meter Neuschnee gefallen, und auch heute, Donnerstag, könnte noch etwas dazukommen.

Wiener (Schnee-)Zucker

In Wien, wo der Stadtrand am Mittwochmorgen zumindest angezuckert war und die Schneepflüge ihren ersten Wintereinsatz absolvierten, wird man auf neuerliche Schneefälle noch eine Weile warten müssen. "Am Heiligen Abend kann es etwas Schneeregen geben, das war es dann aber schon wieder", sagt die Meteorologin Ariane Pfleger von der Hohen Warte zur "Wiener Zeitung". Die Weihnachtsferien dürften in der Hauptstadt eher mild ausfallen, da sich ab 25. Dezember ein stabiles Hochdruckgebiet breitmacht.

Die Skigebiete in Salzburg, Tirol und Vorarlberg brauchen sich nach Meinung Pflegers keine Sorgen um die Schneelage zu machen. "Südlich der Alpen sieht es hingegen etwas schlechter aus." In Kärnten und der Südsteiermark sollte man sich vor Skiurlaubsantritt nach der Schneelage erkundigen. "Auch der Semmering in Niederösterreich wird ohne Kunstschnee sicher nicht auskommen", sagt Pfleger. Das Mostviertel hingegen dürfte laut der Meteorologin genug natürlichen Schnee abbekommen. Generell dürfte es in der Woche nach Weihnachten kalt und windig werden, mit Sonne auf den Bergen und Nebel in den Tälern.

Langes Warten

Während es rund um Wien langsam, aber doch winterlich wird, befindet sich die Hauptstadt selbst im Zustand des Wartens. Die Grasskipiste beim Gasthaus Bonka in Oberkirchbach bei St. Andrä-Wördern ist nicht mehr befahrbar - dafür ist es bereits zu feucht. Als Skipiste ist sie im Moment mangels Schnee aber auch noch nicht in Betrieb. Auch in Wien selbst gibt es zwei Anlagen, auf denen Skifahren theoretisch möglich wäre: die Dollwiese in Hietzing und die Hohe Wand Wiese in Penzing. Zweitere versucht unter dem Titel "High Hills" eine Neupositionierung. Eigentlich sollte hier am 16. Dezember der "Synchro Ski World Cup" stattfinden, wegen Schneemangels musste er aber auf 3. Februar 2012 verschoben werden. Bei ausreichend niedriger Temperatur könnte die Hohe Wand Wiese beschneit werden, die Dollwiese nicht.

Während Schnee also noch Mangelware ist, können sich die Wiener aber bereits aufs Glatteis führen lassen. Am meisten Spaß macht das Kurven auf Kufen zwar auf natürlichen Seen oder der Alten Donau. Bis diese tatsächlich befahrbar sind (Natureislaufplätze sollten mindestens vier Tage lang durchgehend gefroren sein), kann man die traditionsreichen Kunsteislaufplätze nutzen. Bei einigen Anlagen geht das auch an der frischen Luft: beim Engelmann in Hernals, beim Eislaufverein auf der Landstraße und auf dem Eisring Süd in Favoriten. Bis 22. Jänner 2012 kann man auf dem Wilhelminenberg über den Dächern Wiens eislaufen, bis 23. Dezember dürfen Kinder auch beim Weihnachtsdorf im Alten AKH ihre Runden auf einer kleinen Eisfläche drehen.

Allzeit beliebt

Unabhängig von der Schneelage gibt es in Wien eine breite Palette an Stadtwanderwegen und Möglichkeiten, spazieren zu gehen. Der Lainzer Tiergarten unterbricht seine Winterruhe und lädt vom 24. Dezember bis zum 8. Jänner zum Flanieren im gesamten Areal ein. Von 9 bis 17 Uhr ist der Zugang durch das Lainzer Tor, das Nikolaitor, das St. Veiter Tor und das Gütenbachtor möglich.

Auch Radfahren ist in Wien ganzjährig möglich. Erstmals werden in dieser Wintersaison die Hauptradrouten in Wien bei Schnee und Glatteis betreut und gereinigt. Das Winterbasisradwegenetz umfasst etwa die Routen entlang des Donaukanals, des Rings, der 2er Linie, des Gürtels und der Alten Donau. Die restlichen Radwege werden mit den Nebenfahrbahnen mitbetreut.