Jean-Claude Mas wird weltweit von der Polizei gesucht. - © APAweb / Reuters / Interpol
Jean-Claude Mas wird weltweit von der Polizei gesucht. - © APAweb / Reuters / Interpol

Paris. Der Chef des französischen Brustimplantat-Herstellers Poly Implant Prothese (PIP) steht auf der Liste der von Interpol meistgesuchten Verbrecher. Jean-Claude Mas, dessen in Konkurs gegangene Firma wegen potenziell gesundheitsgefährdender Brustimplantate ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurde, wird allerdings nicht im Zusammenhang mit dem Skandal, sondern wegen Trunkenheit am Steuer gesucht. Das stellte Interpol eigens in einer Aussendung klar. Ein Steckbrief - eine sogenannte Red Notice - mit Fotos des 72 Jahre alten Franzosen wurde bereits im Juni auf Antrag Costa Ricas auf der Internetseite der internationalen Polizeibehörde veröffentlicht.

Frankreich hatte am Freitag angeboten, die Kosten für die Entfernung der PIP-Implante von 30.000 Frauen zu übernehmen. In einer beispiellosen Aktion hat das französische Gesundheitsministerium 30.000 Frauen eine vorsorgliche Entfernung der Billig-Brustimplantaten empfohlen - auch wenn die Regierung keine Gefahr eines erhöhten Krebsrisikos sieht. Gesundheitsminister Xavier Bertrand riet betroffenen Frauen zur OP. Die Empfehlung sei "rein vorsorglich und ohne Dringlichkeit", teilte das Ministerium mit. Eine solch staatlich initiierte Rückruf-Aktion gab es im Bereich der Schönheitschirurgie noch nie. In Frankreich waren acht Krebsfälle nach gerissenen Implantaten bekanntgeworden.

Brasilien empfiehlt Opfern ärztliche Untersuchung

In Brasilien haben die Gesundheitsbehörden tausenden Frauen mit Billig-Brustimplantaten den Gang zum Arzt empfohlen. Das fehlerhafte Silikon-Produkt des französischen Herstellers Poly Implant Prothese (PIP) wurde bis 2010 in Brasilien etwa 25.000 mal eingesetzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur "Agencia Brasil" unter Berufung auf die Gesundheitsaufsicht Anvisa berichtete. Allerdings seien bei den zuständigen Behörden bisher keine Probleme registriert worden.