Salzburg. Das Sturmtief "Andrea" hat im Bundesland Salzburg laut Polizei keine großen Schäden verursacht. Mehr Sorgen bereitete den Einsatzkräften der Neuschnee. Wegen akuter Lawinengefahr wurden am Freitag in der Früh die Felbertauernstraße (B108) zwischen Mittersill (Pinzgau) und Matrei in Osttirol sowie die Gerlosstraße (B165) zwischen Wald im Pinzgau und dem Rankental gesperrt.

Auf hochgelegenen Alpenstraßen bestand Schneekettenpflicht für alle Fahrzeuge, wie zum Beispiel auf der B99 über den Radstädter Tauern und den Katschberg. Winterliche Fahrverhältnisse herrschten in allen Salzburger Bezirken außer in der Stadt Salzburg vor. Zahlreiche Straßen waren am Freitagvormittag mit Schnee bedeckt. Feuerwehrleute haben seit gestern Abend alle Hände voll zu tun, um hängengebliebene Lastwagen und Autos zu bergen.

Nahe der Felbertauernstraße sind bereits zwei Lawinen abgegangen. "Es sind aber keine Schäden entstanden", sagte Polizeisprecherin Irene Stauffer. Die Straßensperre sei aus Sicherheitsgründen gegen 6.00 Uhr erfolgt, erklärte ein Mitarbeiter der Verkehrsleitzentrale. Die Lawinenkommission werde am Samstagvormittag erneut zusammenkommen und entscheiden, ob die Sperre weiterhin aufrecht bleibt oder ob sie aufgehoben wird. Das gleiche gelte für die Gerlosstraße. Hier bestehe eine Ausweichmöglichkeit über die Gerlos-Alpenstraße. Wer über den Felbertauern nach Matrei fahren will, kann die Sperre über die Tauernautobahn umfahren.

Der Winter wird Salzburg weiterhin fest im Griff halten. "Die Sturmspitzen liegen hinter uns. Es bleibt die nächsten Tage aber windig und bis Dienstag niederschlagsanfällig", sagte Alexander Ohms von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg. "In den Nordstaulagen, vom mittleren Pinzgau bis zum Salzkammergut, kommt jeden Tag zehn bis 20 Zentimeter Schnee dazu. In den Bergen bleibt es weiterhin tief winterlich." Die Lawinengefahr ist erheblich, in Teilen des Flachgaus sogar groß.

In tiefen Lagen wie beispielsweise in der Stadt Salzburg rechnet Ohms nicht mit einer dicken Schneedecke. Hier liegt die Temperatur untertags knapp über null Grad.

Wegen kräftiger Windböen sind am Donnerstagabend einige Bäume im Bundesland Salzburg auf Straßen gestürzt. Sie wurden von den Feuerwehren entfernt. An einer Baustelleneinhausung in Zell am See (Pinzgau) entstand "erheblicher Sachschaden," meldete die Polizei. In Bergheim zerstörte der Sturm eine rund vier Quadratmeter große Dachkuppel aus Plexiglas eines Speditionsunternehmens.