Wien.

Die Arlbergbahn bleibt gesperrt. Im Bild: Bahnarbeiter der ÖBB befreien die Strecke von umgestürzten Bäumen. - © APAweb / THOMAS MURAUER
Die Arlbergbahn bleibt gesperrt. Im Bild: Bahnarbeiter der ÖBB befreien die Strecke von umgestürzten Bäumen. - © APAweb / THOMAS MURAUER
In Tirol gibt es im Bahnverkehr weiter Probleme. Nach Angaben der ÖBB bleibt die Arlbergstrecke wegen der Lawinensituation bis Montagmittag "zu". Ein Schienenersatzverkehr zwischen Ötztal und Bludenz wurde eingerichtet. Reisende mussten mit Verspätungen von 30 Minuten rechnen.

Nach umgestürzten Bäumen gab es eine weitere Streckenunterbrechung zwischen Wörgl und Saalfelden. Mehrere Bäume waren im Raum Leogang in Salzburg und in Kirchberg in Tirol in die Oberleitung gestürzt. Die Bahnstrecke soll bis Sonntagabend gesperrt bleiben. Die Außerfernbahn zwischen Reutte und Garmisch ist voraussichtlich erst ab Montag wieder in Betrieb. Auch dort hatten umgeknickte Bäume die Oberleitung beschädigt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.

Hunderte Tiroler weiter ohne Strom

In Teilen Tirols wurde auch am Sonntag die Lawinengefahr gebietsweise als "groß" eingestuft, der Wert "4" auf der fünfteiligen Skala wurde erreicht. Laut Tiwag Netz AG waren am Vormittag 6.000 Haushalte ohne Strom. Aufrecht waren viele Straßensperren: Unter anderem waren das Hintere Paznauntal ab Kappl oder Seitentäler des Lechtales nicht erreichbar.

Die "Störtrupps" der Tiwag kämpften weiter mit der Situation, dass viele Bäume der Schneelast nicht standhielten und in Leitungen stürzten. Probleme gab es am Sonntag in 14 der 279 Gemeinden des Landes. Die Einsatzorte befanden sich in fast allen Bezirken Nordtirols. Die Hauptgefahr durch Lawinen ging von frischen Triebschneeansammlungen aus, die im Tagesverlauf immer wieder neu gebildet wurden. Besonders aus noch nicht entladenen Lawinenstrichen könnten diese auch größere Ausmaße erreichen und dadurch exponierte Verkehrswege gefährden, warnten die Experten. Skitouren und Variantenfahrten erforderten große Erfahrung. Unerfahrene sollten die gesicherten Pisten nicht verlassen.

Die Meteorogen rechneten mit einer Wetterberuhigung am Montag im Westen Tirols. Dann sollte sich der Niederschlagsschwerpunkt in den Osten verschieben.

Leichte Entspannung

Nach den heftigen Schneefällen und den damit verbundenen Verkehrsproblemen auf Straße und Schiene hatte sich die Situation am Samstag in Teilen Tirols und Vorarlbergs leichte entspannt. Die seit Freitag früh von der Umwelt abgeschnittenen Arlberg-Skiorte Stuben, Zürs und Lech waren seit dem späten Samstagvormittag auf dem Straßenweg erreichbar. Die Verbindung nach Gargellen im Montafon war wieder passierbar sein. Insgesamt waren seit Freitag rund 15.000 Einheimische und Gäste eingeschneit. Warth war bereits seit Samstag früh erreichbar.

Die wegen Lawinengefahr gesperrten Orte auf Tiroler Seite des Arlbergs und im Hinteren Paznaun waren am Samstag wieder sicher erreichbar, woraufhin der Urlauberschichtwechsel voll einsetzte. Auf der Silvretta-Bundesstraße war die Schneeräumung am späten Vormittag noch in vollem Gang. Unter anderem in Kappl war am Freitag die Straße von einem Schneebrett meterhoch verschüttet worden. In den Mittagsstunden sollte auch dort die Bundesstraße wieder passierbar sein. Wieder erreichbar waren St. Anton und St. Christoph am Arlberg. Auch im Hinteren Zillertal bei Ginzling wurde die Bundesstraße nach dem Lawinenabgang wieder freigegeben.

Bundesheerhubschrauber

Aufgrund der angespannten Wettersituation und der damit verbundenen Lawinengefahr hat das Österreichische Bundesheer mittlerweile acht Hubschrauber in erhöhte Bereitschaft gestellt. Zwei Hubschrauber des Typs Alouette 3, zwei Agusta Bell 212 sowie vier S-70 "Black Hawk" sollen bei Bedarf die Einsatzbereitschaft für Tirol und Vorarlberg verstärken.