Hohe Lawinengefahr, zahlreiche Straßen- und Bahnsperren, neuerliche Schneefälle und von der Umwelt abgeschnittene Orte: Das Schneechaos in Westösterreich hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach einer weiteren Nacht mit intensiven Schneefällen war Montag früh Vorarlberg vom Rest Österreichs abgeschnitten. Nach der Beseitigung der auf die Arlberg-Schnellstraße (S16) gestürzten Bäume konnte die Straße laut Autobahnpolizei kurz vor 12.00 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Schneefall hat auch in Tirol weiterhin für Probleme gesorgt. In weiten Teilen des Landes wurde die Lawinengefahr als "groß" eingestuft, der Wert "4" auf der fünfteiligen Skala. Immer wieder sorgten umgeknickte Bäume für Behinderungen oder gekappte Stromleitungen. In den Morgenstunden waren rund 10.000 Tiroler Haushalte ohne Strom. Laut Tiwag Netz AG waren rund 200 Mitarbeiter im Einsatz, um die Störungen zu beheben.

In Vorarlberg hatten zwei Hubschrauber des Bundesheeres den Schnee von den umgedrückten Bäumen auf der Arlberg-Schnellstraße aufgewirbelt, im Anschluss war die Räumung der S16 möglich. Dadurch war dann auch die Zufahrt zum Arlbergtunnel wieder gewährleistet. Eine erste Entwarnung gab es auch im Montafon. Nach der Absprengung von Lawinen war die Silvrettastraße (L188) nach 11.00 Uhr wieder befahrbar. Damit war das Hochmontafon - die Ortschaften St. Gallenkirch, Gaschurn und Partenen - wieder zugänglich.

Die eingeschneiten "Ländle" Arlberg-Orte Lech, Zürs, Stuben und Klösterle waren am Montagnachmittag wieder auf dem Straßenweg erreichbar. Sowohl die Arlbergstraße (L197) als auch die Lechtalstraße (L198) konnten um 15.30 Uhr freigegeben werden, erklärte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel. In Vorarlberg blieb damit vorerst einzig Gargellen im Montafon von der Umwelt abgeschnitten. In Gargellen wird Dienstag früh erneut über die Situation befunden. Muxel sprach angesichts der Schneemassen am Arlberg von einer "außergewöhnlichen Situation". Zu dieser Jahreszeit sei in Lech seit 30 Jahren nicht mehr so viel Schnee gelegen wie heuer, sagte Muxel und verwies auf eine 2,40 Meter dicke Schneedecke im Ort.

In Tirol gab es zahlreiche Straßensperren, auch Bahnverbindungen waren unterbrochen. Neben der Arlbergbahn waren das laut ÖBB die Brixentalbahn zwischen Wörgl und Saalfelden, die Karwendelbahn zwischen Innsbruck und Scharnitz und die Außerfernbahn zwischen Reutte und Garmisch. Wegen Lawinengefahr und umgestürzter Bäume gesperrt waren unter anderem die Seefelder Straße (B177) zwischen Zirl und Scharnitz, die Loferer Straße (B178) zwischen Steinpass und Wörgl, und die Tannheimer Straße (B199) zwischen Weißenbach am Lech und Oberjoch. Nach wie vor waren unter anderem das Hintere Paznauntal ab Kappl oder Seitentäler des Lechtales nicht erreichbar.