Bregenz/Innsbruck.

Die Wettersituation im Westen Österreich hat sich beruhigt. Die Lawinengefahr bleibt allerdings hoch. - © APAweb
Die Wettersituation im Westen Österreich hat sich beruhigt. Die Lawinengefahr bleibt allerdings hoch. - © APAweb
Nach den heftigen Schneefällen in Westösterreich hat der Niederschlag nachgelassen, die Lage in den betroffenen Gebieten entspannte sich weiter. Nach wie vor herrschte allerdings in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und der Obersteiermark erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3. In der Obersteiermark waren am Mittwoch Hubschrauber für Erkundungsflüge in der Luft. In Salzburg sollte die Pinzgauer Bundesstraße B311 noch voraussichtlich bis zum Abend gesperrt bleiben.

Strahlend blauen Himmel und den ersten niederschlagsfreien Tag gab es heute in Tirol. Probleme bildeten allerdings weiterhin Gleitschneelawinen. Nach wie vor gab es am Mittwoch auch Straßensperren in Seitentälern oder höher gelegenen Orte. Erhebliche Gefahr bestand in den Regionen der Silvretta-Samnaun, Arlberg-Außerfern, Nordalpen und den Kitzbüheler Alpen. In den übrigen Gebieten Tirols war diese von der Höhe abhängig. Oberhalb von etwa 2.300 Metern war die Lawinengefahr erheblich, darunter mäßig, im südlichen Osttirol oberhalb von etwa 1.800 Meter orteten die Experten mäßiges Risiko, darunter geringes.

Darstellung und Erläuterung der verschiedenen Typen von Lawinen und ihrer Entstehung. - © Grafik: dpa
Darstellung und Erläuterung der verschiedenen Typen von Lawinen und ihrer Entstehung. - © Grafik: dpa

  In der Axamer Lizum südwestlich von Innsbruck ist am Mittwoch die Suche nach dem seit Samstag vermissten 15-jährigen Tiroler wieder aufgenommen worden. Die Bergretter setzten dabei nach Angaben der Einsatzleitung zwei Dampfsonden mit Ortungskameras ein. Bis zum Nachmittag blieb die Aktion vorerst ergebnislos.

Mehr als acht Meter Neuschnee
  Ab morgen, Donnerstag, sollten nach sechs gesperrten Skitagen wieder die gesamten Anlagen auf der Innsbrucker Nordkette in Betrieb gehen. Nach Angaben des Bahnbetreibers bekam die Nordkette seit dem ersten Schneefall am 8. Dezember 825 Zentimeter Neuschnee. Das sei bereits mehr als das Doppelte des gesamten vorangegangenen Winters. Die Entscheidung über die zu öffnenden Pisten fällt Donnerstag früh die örtliche Lawinenkommission.

  Auch in Vorarlberg hat sich die Wettersituation nach den intensiven Schneefällen der Vortage am Mittwoch weiter beruhigt. Bei fast ungetrübtem Sonnenschein herrschte oberhalb von 1.800 Metern aber nach wie vor erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3. "Am ersten Schönwettertag ist defensives Verhalten und Zurückhaltung geboten", mahnte der Lawinenwarndienst die Wintersportler. Bereits einzelne Personen konnten Abgänge auslösen, Unerfahrene sollten die gesicherten Pisten nicht verlassen.

   Abgesehen von den üblichen Wintersperren waren am Mittwoch alle Straßenverbindungen im "Ländle" frei befahrbar. Die Arlbergbahnstrecke war vorerst weiter gesperrt, ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Kritik von der Feuerwehr
  Im Salzburger Bezirk Pinzgau hat sich die Situation nur langsam entspannt. Die seit der Nacht auf Montag bei Taxenbach gesperrte Pinzgauer Bundesstraße B311 sollte voraussichtlich in den Abendstunden wieder für den Verkehr freigegeben werden. Indes kam auch Kritik von der Feuerwehr, dass durch bessere Freihaltung der Trassen im Vorfeld der eine oder andere Einsatz hätte vermieden werden könnte.

   Etliche andere Straßen blieben aber wegen Lawinengefahr weiterhin gesperrt: Die Gerlos Bundesstraße B165 zwischen Wald und der Grenze zu Tirol, die Hochkönig Bundesstraße B164 im Bereich des Dientner Sattels und des Filzensattels und die Hirschbichl Landesstraße L110 von Weißbach nach Hirschbichl ab Kilometer 5,2.

  wEiterhin Probleme bereitete eine Lawine oberhalb der Rauriser Landesstraße L112 im Bereich Bruderhof. Dort musste die Straße während der Nacht erneut gesperrt werden, tagsüber wurden Fahrzeuge von der Feuerwehr durch die kritische Passage gelotst, so Schernthaner. Die Lawinenkommission hat bis zum Nachmittag noch über die weitere Vorgehensweise beraten.

Schneemassen-Absprengungen aus der Luft
  In der Obersteiermark waren am Mittwoch ein Polizei- und fünf Bundesheer-Hubschrauber im Einsatz. Mitglieder der Lawinenkommission flogen über gefährdete Gebiete, im Bereich der Planneralm wurde eine Absprengung der Schneemassen aus der Luft durchführt. Dies teilten der Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes, Kurt Kalcher, und der Kommandant der Mehrzweckhubschrauberstaffel des Heeres in Aigen im Ennstal, Major Udo Koller mit. Die B155 Eisenstraße über den Präbichl zwischen Vordernberg und Eisenerz war am Vormittag wieder befahrbar.

  Die Einsätze wurden hauptsächlich im Bezirk Liezen geflogen, es gebe aber auch Flüge bis hin nach Gußwerk im Bezirk Bruck/Mur. Man fliege mit allem, was man habe, sagte Koller. Außerdem habe das Geschwader noch drei Maschinen nach Matrei in Osttirol, Zell am See und nach Tirol für Erkundungsflüge abgegeben.