Bregenz/Innsbruck/Salzburg. Lawinengefahr nach Schneefällen hat an diesem Wochenende den Urlauberschichtwechsel in Teilen Westösterreichs gebremst: Die Verkehrswege auf den Arlberg und die Verbindung ins Tiroler Paznaun waren von Samstagnachmittag bis Sonntagvormittag unterbrochen. Im Tiroler Bezirk Landeck verbrachten etwa 300 Touristen die Nacht in Notschlafstellen, die in Schulen eingerichtet wurden. Auch im Bahnverkehr kam es zu Behinderungen, da die ÖBB am Samstag den Verkehr zwischen Bludenz und Landeck eingestellt hatten. Die Sperre soll bis Montag aufrecht bleiben. Für Fernzüge wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.


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In großen Teilen der Alpen Westösterreichs herrschte am Wochenende Lawinengefahr der Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala. Experten warnten eindringlich vor Fahrten im freien Gelände. Im Montafon in Vorarlberg ist am Samstagnachmittag ein deutscher Skifahrer gestorben, der außerhalb gesicherter Pisten von einem Schneebrett mitgerissen wurde, das er selbst ausgelöst hatte. Nach Angaben der Bergrettung hatte der 18-Jährige nicht nur Warnschilder ignoriert, sondern offensichtlich auch eine Absperrung überquert.

Die Skiorte Stuben, Lech und Zürs auf der Vorarlberger Seite des Arlbergs waren ab Sonntagvormittag auf dem Straßenweg wieder erreichbar, gesperrt blieb noch die Passstraße zwischen Alpe Rauz und St. Christoph. Die Verbindung durch den Arlbergstraßentunnel war die ganze Zeit möglich, allerdings kam es dort sowie in den anderen Tunnels der S16 immer wieder zu umfangreichen Staus. Dadurch sowie durch Blockabfertigungen auf der Schnellstraße mussten die Autofahrer Verzögerungen bis zu eineinhalb Stunden in Kauf nehmen. Zwischen Schruns und St. Gallenkirch blieb die Silvrettastraße gesperrt, es bestand jedoch eine lokale Umleitung.

Auf der Tiroler Seite des Arlbergs waren Sankt Anton und Sankt Christoph vorübergehend nicht erreichbar. Im Paznauntal teilten Ischgl und Galtür dieses "Schicksal". In den Regionen Nordalpen, Außerfern, Arlberg und Silvretta fiel von Donnerstagabend bis Sonntagmittag teilweise mehr als ein Meter Schnee. In den Staubaier und Ötztaler Alpen, den Tuxer, Zillertaler und Kitzbüheler Alpen bis zu 70 Zentimeter. In Schwaz im Inntal sperrte Samstagmittag ein Einkaufszentrum vorzeitig zu, da aufgrund der hohen Schneelast auf dem Dach Statikprobleme nicht ausgeschlossen wurden. Feuerwehrleute schaufelten das Dach ab.

Schnee machte auch in Salzburg Probleme
Probleme wegen großer Schneemengen gab es auch im Bundesland Salzburg. In Werfenweng im Pongau hat am Sonntag das Dach eines Pferdestalles der Schneelast nicht mehr standgehalten und ist eingestürzt. Die vier eingestellten Tiere blieben unversehrt. In Bruck an der Glocknerstraße (Pinzgau) musste die Feuerwehr das Dach eines Einkaufszentrums abschaufeln.

"Den ganzen Jänner über sind immer wieder große Mengen Schnee gefallen. Dazwischen steigt die Temperatur wieder und es regnet, dadurch wird der Schnee sehr schwer, auch wenn er keine extreme Dicke erreicht", erläuterte Meteorologe Josef Haslhofer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg. So hat beispielsweise in Lofer (Pinzagu) die Schneedecke eine Stärke von 83 Zentimetern erreicht, 13 davon kamen seit Samstag dazu. In den Niederungen der Gebirgsgaue liegen im Schnitt 60 bis 85 Zentimeter Schnee, im Alpenvorland dafür so gut wie gar nichts. In den Nordalpen ist die Lawinengefahr groß (Stufe 4), am Alpenhauptkamm erheblich (Stufe 3). Wegen Lawinengefahr waren am Sonntag die Hochkönig Bundesstraße zwischen dem Dientner Sattel und Mühlbach und die Filzmooser Landesstraße zwischen Filzmoos und der Landesgrenze zur Steiermark gesperrt.