Wien. Die sibirische Kälte hat Österreich weiter fest im Griff, von der Rekordmarke von minus 37,4 Grad (gemessen am 2. Jänner 1905 am Hohen Sonnblick in Salzburg), sind die Temperaturen aber noch weit entfernt. Spitzenreiter in der Nacht auf Dienstag war St. Michael im salzburgerischen Lungau, wo minus 21,3 Grad gemessen wurden.

Einen Kältetoten hat es bisher in Österreich gegeben, im Jahr 2010 wiederum sind laut Aufzeichnungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) 40 Menschen erfrorenIn den Jahren davor waren es 41 (2009), 30 (2008), 28 (2007), 31 (2006), 38 (2005), 17 (2004), 24 (2003) und elf (2002), hieß es auf Anfrage. Während 2009 in den Spitälern 300 Personen wegen Erfrierungen behandelt wurden, enthält die Datenbank für 2010 keinen einzigen Fall.

Die Obdachloseneinrichtung der Kärntner Caritas in Klagenfurt ist für einen etwaigen Mehrbedarf wegen der aktuellen Kältewelle gerüstet, sagte eine Sprecherin. "Die klassische Obdachlosigkeit ist bei uns Gott sei Dank nicht so groß. Es handelt sich eher um - altmodisch ausgedrückt - unstete Personen." Caritas-Mitarbeiter hielten an den kalten Abenden Ausschau nach Menschen, die im Freien übernachten müssten, um sie in die Notschlafstelle zu bringen.

Gefährliches Eislaufen auf Naturflächen
Eislaufen auf Seen oder Flüssen kann lebensgefährlich sein, warnt die Abteilung Wiener Gewässer (MA 45). Besonders kritisch sind Gewässer mit eisfreien Stellen oder Strömungen. "Die Gefahr lauert unter der Gewässeroberfläche", betont Gerald Loew, Leiter der MA 45. "Die Eisbildung auf Naturgewässern ist sehr schwer einzuschätzen, da sie nicht nur von der Lufttemperatur abhängig ist."

Stehende Gewässer wie die Alte Donau und die Neue Donau werden auch durch Grundwasserzuflüsse gespeist. Unabhängig von der Lufttemperatur, also auch bei extrem kaltem Wetter, ist dieses Grundwasser durchschnittlich rund sieben Grad Celsius warm. Es strömt an den verschiedensten Stellen in die Gewässer ein. Durch die Erwärmung von unten ist die Eisdecke an diesen Stellen besonders dünn.

Während in Wien gewarnt wird, ist die Saison in Rust am Neusiedler See eröffnet. Die klaren, bitterkalten Nächte der vergangen Tage haben für eine zentimeterdicke (derzeit ca. 7 cm), spiegelglatte  Eisschicht gesorgt. Eisläufern, Eisseglern und –Surfern steht nun eine 320 km² große Eislauffläche zur Verfügung. Dennoch: "Auch wenn das Eis tragfähig ist, ist auf Natureislaufflächen stets Vorsicht geboten", weiß Erwin Zehetner, Obmann des Tourismusverbandes Rust, und gibt einige wichtige
Verhaltenstipps: "Eis in Schilfnähe und dunkle Eisflächen sollten gemieden
werden – all dies lässt dünnes Eis vermuten. Auch das Zusammenstehen in
größeren Gruppen ist nicht empfehlenswert. Weiters sollte man sich immer in
Rufnähe von anderen Eisläufern aufhalten und prinzipiell alleine keine größeren Touren unternehmen."