Wien. (temp) Zwei bis vier Grad sollen diese Woche die Thermometer zeigen, am Wochenende sogar bis zu sieben Grad - und zwar nicht minus, sondern plus. Findet doch die Kältewelle ein vorläufiges Ende, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) am Montag erklärte. Bereits heute, Dienstag, sollen die Temperaturen erstmals wieder über null Grad Celsius steigen.

Vor dem lang ersehnten Tauwetter sackten die Temperaturen am Montagmorgen aber noch einmal deutlich unter null. Kältepol war erneut Niederösterreich: In Gars am Kamp wurden minus 24,6 Grad gemessen, österreichweit fielen in 46 Ortschaften die Temperaturen unter die Minus-20-Grad-Marke. Das Eis auf der Donau ist bereits bis zu 45 Zentimeter dick und der Eisbrecher "MS Eisvogel" seit zwei Wochen im Wiener Hafen im Einsatz.

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Am vergangenen Wochenende forderte die Kälte auch noch weitere Opfer: In der steirischen Gemeinde Knittelfeld wurde ein 80-jähriger Mann aus St. Michael in der Obersteiermark tot vor dem Krankenhaus aufgefunden - er war nur mit einem Pyjama bekleidet, obwohl in der Nacht Temperaturen um minus zehn Grad herrschten. In Tirol wurde ein 66-jähriger Obdachloser in Silz im Bezirk Imst in einem leerstehenden Haus tot aufgefunden. Der Mann dürfte erfroren sein.

Am Montag brachte die Kälte schließlich zwei Wasserrohre in Wien zum Bersten. Das erste Gebrechen passierte in den frühen Morgenstunden in der Thaliastraße in Ottakring, die daraufhin um 5 Uhr Früh zwischen Wattgasse und Richard-Wagner-Platz gesperrt werden musste. Zu Redaktionsschluss waren die Reparaturarbeiten noch im Gange. Der Verkehr wurde über die Gablenzgasse und Ottakringer Straße umgeleitet, die Straßenbahnlinie 46 über die Linie 2 geführt. In Fahrtrichtung Ottakring war der 46er nicht von der Sperre betroffen.

Dichte Wolken am Mittwoch

Kurz darauf, am späteren Vormittag, legte ein weiterer Wasserrohrbruch in der Radetzkystraße in Wien-Landstraße den Verkehr lahm. Diesmal waren es die Züge der Straßenbahnlinie 1, die in Richtung Prater Hauptallee über die Linie 2 zum Karlsplatz umgeleitet wurden. Betroffen war auch die Linie O in Fahrtrichtung Praterstern, die ab Südbahnhof über die Strecken der Linien D und 2 zur Radetzkystraße geführt wurden. Die Dauer der Reparaturarbeiten war laut Wiener Wasserwerke vorerst nicht abzusehen.

Vielleicht startet ja, kaum dass sie abgeschlossen sind, just das Tauwetter. Heute, Dienstag, soll es am Vormittag in den Alpen und im Alpenvorland zwar noch schneien - für den Nachmittag werden allerdings erste Sonnenstrahlen erwartet. Sie sind es auch, die die Temperatur laut Zamg über die Null-Grad-Marke auf plus ein Grad steigen lassen.

Am Mittwoch bringen dichte Wolken erneut Schneefall. Im Flachland des Nordens und Ostens kann der Schneefall laut Zamg in Schneeregen oder Regen übergehen. Wetterbegünstigt sei die Alpensüdseite, wo sich hin und wieder die Sonne zeige. Dazu gibt es Wind - einzig im Süden weht er nur schwach bis mäßig. Die Nachmittagstemperaturen liegen dennoch bereits bei bis zu plus vier Grad.

Dieser Wert wird auch am Donnerstag erreicht, so die Zamg. An diesem Tag soll es sogar trocken und sonnig, wenngleich windig werden. Am Freitag ist im Norden und Osten zwar wieder Schnee- oder Schneeregen zu erwarten - die Höchstwerte betragen aber bereits plus sechs Grad, am Samstag plus sieben Grad.

Weniger optimistisch darf man in anderen Ländern auf eine Wetterverbesserung hoffen. Im Süden Rumäniens etwa toben weiterhin Schneestürme, zahlreiche Ortschaften sind isoliert. 74 Menschen sind bereits erfroren. In Russland stieg die Zahl der Toten indes auf 215 an. Mehr als 5500 Patienten wurden wegen Erfrierungen und Unterkühlungen ärztlich behandelt. Ein Ansteigen der Temperaturen ist nicht in Sicht - in Moskau steht man vielmehr knapp davor, die Minus-30-Grad-Marke zu erreichen.