Paris.

Dominique Strauss-Kahn wurde zu Sex-Parties befragt. - © APAweb / Michel Spingler / AP / dapd
Dominique Strauss-Kahn wurde zu Sex-Parties befragt. - © APAweb / Michel Spingler / AP / dapd
"DSK in Untersuchungshaft": Ein Artikel über die Vernehmung von Dominique Strauss-Kahn war am Dienstag die Top-Meldung auch bei der französischen Ausgabe der "Huffington Post". Deren neue Chefredakteurin Anne Sinclair, renommierte Journalistin und Strauss-Kahns Ehefrau, gab sich nicht die Blöße, die Nachricht des Tages zu übergehen - so unangenehm diese wohl für sie persönlich war, ging es doch erneut um die sexuellen Eskapaden ihres Mannes.

Dessen Ruf ist ruiniert, seit das New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo den Ex-Chef des IWF im Mai der Vergewaltigung beschuldigte. Wurde die Anklage in den USA mangels Diallos Glaubwürdigkeit schließlich fallengelassen, folgten weitere Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung in Frankreich und Enthüllungen über Strauss-Kahns Teilnahme an freizügigen Sex-Partys mit vermutlich käuflichen Damen. Er streitet sie nicht ab - aber das Problem ist nicht nur moralisch, sondern auch juristisch. Die Ermittler interessiert, ob er sich dabei strafbar gemacht hat. Und so fuhr der Mann, der noch vor einem Jahr beste Chancen hatte, Frankreichs nächster Präsident zu werden, gestern in einer abgedunkelten Limousine bei der Polizei zum Verhör vor. Als Zeuge, dem auch eine Anklage wegen Veruntreuung und Beihilfe zu bandenmäßiger Zuhälterei droht.

In der Affäre um das Luxushotel Carlton war ein Zuhälterring aufgeflogen, der eine Reihe lokaler Größen ins Zwielicht bringt, darunter den Chef des Carlton, einen Anwalt, einen Polizeichef und einen Ex-Manager eines Baukonzerns. Die Geschäftsleute sollen Reisen mit weiblicher Begleitung nach Paris, New York oder Washington organisiert haben, um in Luxus-Etablissements freizügige Partys mit DSK zu feiern. Die Kosten von 50.000 Euro rechneten sie über ihre Firmen ab. Strauss-Kahn will allerdings weder gewusst haben, wer bezahlte, noch was das wahre Metier der Frauen war. Die Ermittler fanden aber kompromittierende SMS von ihm, in denen er sich nach "Material" und "Mädchen" erkundigte.