Nach dem Brand auf dem Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra", einem Schwesterschiff der am 13. Jänner vor der toskanischen Insel Giglio havarierten Luxusliner Costa Concordia, vor den Seychellen ist eine Expertengruppe aus Italien auf dem Weg zu dem Schiff. Insgesamt 14 Experten, darunter Techniker, seien von Genua aus per Flugzeug zu dem Luxusliner im Indischen Ozean unterwegs, teilte der Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere am Montag mit. Das Schiff treibt derzeit mit mehr als tausend Menschen an Bord ohne Strom in den Gewässern vor den Seychellen.

Die Passagiere seien wohlauf und hätten sich an den äußeren Sammelstellen des Schiffes eingefunden, hieß es. An Bord befinden sich demnach neben 413 Crewmitgliedern 636 Passagiere aus 25 Ländern, die meisten davon aus Italien, Frankreich und Österreich. Auch 38 Deutsche sind demnach auf dem Kreuzfahrtschiff. Dem Kommandanten Giorgio Moretti zufolge reichen die Batterien an Bord aus, um die Beleuchtung aufrechtzuerhalten, nicht aber für die Klimaanlagen, den Betrieb der Schiffsküchen oder die Schiffsschrauben.

Nach Angaben Morettis befinden sich "angesichts der Gewässer, in denen sich das Schiff befindet", zudem neun italienische Militärangehörige im Auftrag der Anti-Piraten-Mission an Bord. Im Indischen Ozean greifen Piraten immer wieder Schiffe an und entführen die Besatzung. Mehrere Schiffe wurden in der Nacht an dem Schiff erwartet, ihre Rolle besteht den Angaben zufolge aber nur darin, das Schiff zu bewachen bis die Expertengruppe eingetroffen ist. Am Dienstagmorgen sollte zudem ein Hubschrauber mit frischen Lebensmitteln und Kommunikationsmitteln das Schiff erreichen

Der Brand war am Morgen im Maschinenraum ausgebrochen, konnte aber gelöscht werden, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. In Folge des Brandes war der Strom ausgefallen. Die "Costa Allegra" befand sich vor den Seychellen, 400 Meilen vom Festland entfernt, als der Brand ausbrach. An Bord befanden sich 1.049 Menschen (636 Passagiere, 413 Crewmitglieder).

Der Brand entwickelte sich im Motorraum der Costa Allegra, die sich zu diesem Zeitpunkt 20 Meilen von Alphonse Island entfernt befand, teilte die italienische Reederei Costa Crociere, Betreiber des Kreuzfahrtschiffes, mit. Das Schiff habe Alarm geschlagen, die Mannschaft konnte selbst die Flammen löschen. Das System zur Brandbekämpfung habe bestens funktioniert. Der Costa Allegra sei ein Tankschiff zu Hilfe gekommen.

Das Schiff war am Samstag von Diego Suarez abgefahren und fuhr in Richtung des Hafens Victoria (Mahe/Seychellen). Die Ankunft dort war für Dienstag geplant.

Erst vor sieben Wochen war das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia mit 4.200 Personen an Bord vor den Küsten der toskanischen Insel Giglio havariert. 25 Personen kamen ums Leben, weitere sieben werden noch vermisst. An Bord befanden sich 77 Österreicher, die sich retten konnten.

Costa Crociere teilte mit, dass als Vorbeugungsmaßnahme Generalalarm an Bord ausgerufen worden sei. Einige Schlepper hätten bereits den Luxusliner erreicht, um die Lage an Bord zu überprüfen. Alle Passagiere seien wohlauf, teilte die in Genua beheimatete Kreuzfahrtgesellschaft mit.

Die 188 Meter lange und 28.597 Tonnen schwere Costa Allegra wurde 1992 gebaut. Das Schiff mit acht Decks zählt 399 Kabinen und kann bis zu 1400 Personen an Bord haben. Der Brand an Bord der Costa Allegra ist ein weiterer harter Schlag für Costa Crociere nach dem Unglück vor der Insel Giglio. Die Aktien von Costa Crocieres Mutterkonzern, der US-Reederei Carnival Corporation, meldeten Montagnachmittag an der Börse in New York deutliche Kursverluste. 

Costa Allegra treibt nach Brand Seychellen

StepMap Costa Allegra treibt nach Brand Seychellen