Rom. Das im Indischen Ozean havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" bekommt auf seiner Reise nach Mahe, der Hauptinsel der Seychellen, Unterstützung. Das Schiff "Andromache" der Seychellen-Küstenwache sowie ein Flugzeug der Luftwaffe erreichten am Dienstag die "Costa Allegra". Das Schiff eskortiere den Luxusliner bis Port Victoria auf Mahe, berichtete Srdjana Janosevic, die Sprecherin der Regierung auf den Seychellen. Die Ankunft sei am Donnerstag zu erwarten.

Die Staatsanwaltschaft der italienischen Hafenstadt Genua hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet, um die Ursachen des Brandes an Bord der "Costa Allegra" zu klären. Bisher hatte der Schiffskapitän ausgeschlossen, dass der Brand gelegt worden sei.

Der italienische Konsumentenschutzverband Codacons will nun von Costa Crociere eine Entschädigung für die Passagiere an Bord der "Costa Allegra". Die Reisenden, darunter 97 Österreicher, hätten wegen des Brandes aufgrund von Angst und Stress erheblichen Schaden erlitten.

Für Aufsehen sorgte der Fall der 23-jährigen Rebecca Thomas, die als Tänzerin an Bord der "Costa Allegra" arbeitet. Denn ihr 19-jähriger Bruder James, der ebenfalls als Tänzer im Dienst von Costa Crociere steht, hatte am 13. Jänner das Unglück der "Costa Concordia" vor der toskanischen Insel Giglio überlebt. James Thomas war von italienischen Medien als Held gefeiert worden, weil er mehreren Passagieren geholfen hatte, in die Rettungsboote einzusteigen.

97 Österreicher an Bord   
Die "Costa Allegra" werde nach Desroches Island südwestlich der Seychellen geschleppt. Dort sollen die Passagiere in einem Hotel auf ihren Transfer nach Mahe, der größten Insel der Seychellen, warten. Schlepper, die von Mahe aus zur "Costa Allegra" aufgebrochen waren, würden am Vormittag (MEZ) bei dem Kreuzfahrtschiff ankommen.

Etwa anderthalb Monate nach der Havarie der "Costa Concordia" war auf dem anderen Kreuzfahrtschiff der Reederei ein Feuer ausgebrochen. Der Brand im Maschinenraum der "Costa Allegra", die im Indischen Ozean unterwegs ist, sei gelöscht, die Passagiere seien "bei guter Gesundheit". Das teilte die Zentrale der italienischen Küstenwache am Montag nach einem Telefonat mit dem Kapitän des 188 Meter langen italienischen Kreuzfahrtschiffes mit.

Nach Angaben der Reederei Costa Crociere sind 1049 Menschen an Bord, darunter 636 Passagiere. "Das Feuer hat sich in keinen anderen Bereich des Schiffes ausgebreitet, es hat weder Verletzte noch Opfer gegeben", hieß es. Die "Costa Allegra" liegt demnach südwestlich der Seychellen und soll nach dem Ausbruch des Feuers ein Hilfssignal abgegeben haben. Der Strom auf der "Costa Allegra" sei ausgefallen, die Bordapparatur sei in Notbetrieb, hieß es.

Bei der Havarie der "Costa Concordia" waren mindestens 25 Menschen gestorben, sieben werden noch vermisst. Das Schiff war am 13. Jänner vor der italienischen Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord gekentert.

Mehr als 1000 Menschen an Bord
Die "Costa Allegra" treibt mit mehr als tausend Menschen an Bord ohne Strom in den Gewässern vor den Seychellen. Auf dem Schiff befinden sich neben 413 Crewmitgliedern 636 Passagiere aus 25 Ländern, darunter nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA auch 97 Österreicher. Nach Angaben des Kreuzfahrtanbieters sind alle Passagiere wohlauf.

Die "Costa Allegra" war auf dem Weg von Madagaskar zu den Seychellen, als am Montag im Maschinenraum ein Brand ausbrach. Das Feuer konnte zwar gelöscht werden, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. In Folge des Brandes fiel aber der Strom aus.