Innsbruck. Im Fall der ermordeten Tiroler Bankangestellten haben die Ermittler einen Hauptverdächtigen verhaftet. Wie die Ermittler bei einer Pressekonferenz bekanntgaben, handelt  es sich um einen 51jährigen  Polizisten. Der Mann ist ausgebildeter Sprengstoffexperte.

Die Tat dürfte genau geplant gewesen sein. Die Leiterin der Staatsanwaltschaft, Brigitte Loderbauer, erklärte die 49-jährige Frau sei einem "kaltblütigen Verbrechen" zum Opfer gefallen.  Der Ermittler Christoph Hundertpfund nannte die Tat "von langer Hand minuziös geplant".

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Bei der dramatischen Festnahme kam es zu einem Fluchtversuch des Verdächtigen. Dabei richtete er eine Waffe gegen einen Kollegen und drückte ab. Aus bislang ungeklärten Gründen versagte die Waffe. im Zuge der Flucht zu drücken. Landespolizeikommandant Helmut Tomac erklärte: "Dem Täter wird im Zuge der Flucht ein versuchter Mord vorgeworfen.

Tomac zeigte sich schockiert, "dass eine Person aus den eigenen Reihen im Verdacht steht, eine derartige Tat begangen zu haben." Er sprach von einem Imageschaden für die Polizei.

Im Rahmen der Ermittlungen hat die Polizei in dem teilweise verbrannten Wagen des Opfers Fingerabdrücke, Brandbeschleuniger, ein Feuerzeug und eine Stoffwindel sichergestellt. Dass das Fahrzeug nicht vollständig ausbrannte, bezeichneten die Ermittler als Glück für die Spurensicherung. Der mit einer Signalfackel entzündete Brand ist aufgrund von Sauerstoffmangel erloschen.

Die Goldbarren im Wert von 333.000 Euro, die die Frau mit sich führte, sind bislang nicht aufgetaucht.

Mysteriöses Treffen


Die 49jährige  Bankerin  hatte die Raika-Filiale Strass im Zillertal am vergangenen Donnerstag  gegen 17.00 Uhr mit Goldbarren im Wert von 333.000 Euro verlassen.  Nach dem Abendessen mit ihrer Tochter brach sie gegen 21.30 Uhr auf, offenbar um sich mit ihrem Mörder zu treffen. Warum die Filialleiterin den Verkauf der Goldbarren außerhalb der Geschäftsräume abwickeln wollt, ist noch unklar.

Die Leiche  der 49-Jährigen war in einem  weißen Fahrzeug auf einer Gemeindestraße in Wiesing im Bezirk Schwaz  gefunden worden. Die Frau dürfte betäubt worden und an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sein. Die Leiche wies leichte Zupackverletzungen an den Handgelenken auf.

Noch vor Bekanntwerden der Tat durch die Polizei hatten Angehörige am Montag mit Todesanzeigen in Medien vom Ableben der Frau berichtet. Von einem "plötzlichen und unerwarteten Tod" war darin die Rede. Erst am Nachmittag gingen dann die Kriminalisten an die Öffentlichkeit.