Ein Wirtschaftsgebäude des Klosters Mehrerau ist abgebrannt. - © APAweb / Reinhard Mohr
Ein Wirtschaftsgebäude des Klosters Mehrerau ist abgebrannt. - © APAweb / Reinhard Mohr

Bregenz. Ein Großbrand hat in der Nacht auf Freitag einen Wirtschaftsgebäudekomplex auf dem Gelände des Bregenzer Zisterzienser-Klosters Mehrerau zerstört. Bis auf eine Feuerwehrfrau, die mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht wurde, gab es keine Verletzten. Rund 30 Anrainer wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert. Die Nachlöscharbeiten dauerten den ganzen Freitag über an. Brandursache und Schadenshöhe waren vorerst noch unbekannt.

Das Feuer brach laut Polizeiangaben gegen 00.40 Uhr in einer Tischlerei aus. Anrainer hatten den Brand bemerkt und Alarm geschlagen. "Als wir ankamen, standen Teile der Lagerhalle und der Tischlerei bereits in Vollbrand", sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Jürgen Zimmermann. In dem Gebäudeensemble seien Holzlagerräume, ein Büro, ein Notstromaggregat, die Hackschnitzelanlage und Wirtschaftsbetriebe untergebracht.

Wasser aus dem Bodensee
Die Einsatzkräfte verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Objekte und brachten das Feuer durch massiven Löscheinsatz unter Kontrolle. Als große Herausforderung stellte sich der anfängliche Wassermangel heraus. Weil die Versorgung aus vier Hydranten angesichts des Großbrands rasch an die Kapazitätsgrenzen stieß, wurde über sechs Pumpen Wasser aus dem nahe gelegenen Bodensee gewonnen. "Das einzurichten dauert seine Zeit", so der Einsatzleiter. Insgesamt standen mehr als 120 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Evakuierung der Anrainer übernahm die Polizei, die mit 16 Beamten im Einsatz war.

Brandermittlung noch nicht möglich
Am Freitagvormittag begannen die Feuerwehrleute damit, mit Baggern die Brandruine auszuräumen und abzutragen, um Glutnester unter den noch stark rauchenden Trümmern abzulöschen. "Teile des Gebäudes müssen abgebrochen werden, weil sie einsturzgefährdet sind", sagte Zimmermann. Diese Arbeiten werden voraussichtlich noch den ganzen Freitag dauern. Die Löscharbeiten verzögerten auch den Einsatz der Brandermittler des Landeskriminalamts für Vorarlberg. Die Brandstelle sei noch nicht gefahrlos zu betreten.

"Es herrscht große Betroffenheit", schilderte Mehrerau-Sprecher Harald Schiffl gegenüber der APA die Stimmung im Kloster. Ebenso groß sei aber auch die Dankbarkeit gegenüber der Feuerwehr, die noch Schlimmeres verhindert habe. So blieben das Kloster sowie Schule und Internat von den Flammen verschont, "der Schulbetrieb geht ganz normal weiter", so Schiffl. Zur Schadenshöhe könne er vorerst keine Angaben machen. Überhaupt müsse man nun erst die Ermittlungen der Behörden abwarten.