Wien. Das schwere Erdbeben in Norditalien hat sich dort ereignet, wo die Adriatische Platte beginnt, unter das Tyrrhenische Meer abzutauchen. Die Platte steht dort, wie Seismologe Wolfgang Lenhardt von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erklärte, unter großem Druck. Sie staut Richtung Südwesten den Apennin auf - so wie nach Norden die Alpen.

"Das kommt sehr selten vor"  
"Normalerweise ereignen sich Erdbeben im Apennin - so wie zum Beispiel in L'Aquila. Diesmal war es an der Vorfront. Das kommt sehr selten vor, nur alle paar hundert Jahre", sagte der Seismologe zu APA. Im Raum L'Aquila hatte sich zuletzt im April 2009 ein schweres Erdbeben ereignet. Durch die Erdstöße, die eine Stärke von mehr als 6,0 erreichten, starben über 300 Menschen. Im Mai 1984 gab es dort nach einem Beben der Stärke 5,2 drei Tote und so wie vor zwei Jahren Zehntausende Obdachlose.