Washington. (rs) Jahrzehntelang war die Raumfahrt die alleinige Domäne alter und neuer Großmächte gewesen. Niemand sonst konnte die enormen Geldmengen und die technischen Ressourcen bereitstellen, die nötig waren, um das All zu erobern. Seit Freitag ist die Alleinstellung der staatlich organisierten Raumfahrt allerdings endgültig dahin. Mit der vom kalifornischen Weltraum-Start-Up SpaceX entwickelten "Dragon"-Kapsel hat nun erstmals ein privater Raumtransporter die Internationale Raumstation ISS erreicht.

Zwei Astronauten an Bord der ISS gelang es am Freitag um etwa 16 Uhr das Raumschiff mit einem Roboterarm einzufangen. Nach dem Andocken in der Ladebucht des ISS-Moduls "Harmony" wollte die Crew am Samstag mit dem Entladen von "Dragon" beginnen". Die Kapsel hat rund 500 Kilogramm an Versorgungsgütern von der Erde mitgebracht.

Für die Nasa beginnt damit eine neue Ära. Vor zwei Jahren hatte US-Präsident Barack Obma der Raumfahrtbehörde eine radikale Neuausrichtung verordnet und die altersschwache Shuttle-Flotte in Pension geschickt. Statt sich auf den Erdorbit zu konzentrieren, soll die Nasa nun tiefer in den Weltraum vorstoßen und die Landung auf einem Asteroiden und dem Mars planen. Die Versorgung der ISS sollten dafür private Anbieter übernehmen. Allerdings war unklar, wie schnell die Weltraum-Start-Ups die Lücke füllen können. Viele in der Nasa fürchteten, dass man jahrelang auf die "Sojus"-Kapseln der Russen angewiesen sein würde.