St. Pölten/Salzburg/Bregenz. Nach der Sonne kam der Regen - und mit ihm der Hagel. Nach den verheerenden Unwettern, die am Sonntagabend in Südniederösterreich sowie in weiten Teilen Salzburgs, Tirols und Vorarlbergs niedergegangen sind, bot sich zu Wochenbeginn den Helfern von Feuerwehr und Katastrophenschutz ein Bild der Verwüstung.

Wie der Sprecher des NÖ-Landesfeuerwehrverbandes, Franz Resperger, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärte, waren am Montag im Raum Wiener Neustadt nach wie vor Hilfskräfte mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Besonders stark betroffen waren die Gemeinden Theresienfeld, Felixdorf und Sollenau. Bei dem 45-minütigen Guss waren am Sonntag 162 Keller überflutet sowie dutzende Sturmschäden - vor allem mit umgestürzten Bäumen - gemeldet worden. Von einem außergewöhnlich heftigen Hagelschauer wurde die Umgebung der Ortschaft Hölles heimgesucht, wobei die Eiskörner laut Einsatzkräften bis zu 20 Zentimeter hoch lagen. Insgesamt sollen 1800 Hektar Agrarland zerstört worden sein, die Hagelversicherung bezifferte die Schäden in der Höhe von rund einer Million Euro. "Das war eines der schwersten Unwetter, die wir in dieser Region je hatten", betonte Resperger. "Gegen so etwas ist man chancenlos."

Keine Chance gegen die orkanartigen Winde hatten am Wochenende auch zwei Wiener am Flugplatz in Wiener Neustadt. Wie die Polizei am Montag bekanntgab, waren zwei Männer im Alter von 57 und 65 Jahren von einem aus der Führung gerissenen Hangartor getroffen und schwer verletzt worden. Sie wurden ins Landesklinikum Wiener Neustadt eingeliefert. Glück im Unglück hatten dagegen mehrere Fahrzeuglenker auf der Südautobahn, deren Autos aufgrund von Aquaplaning ineinander gekracht waren. Sie blieben unverletzt, allerdings entstand an den Fahrzeugen erheblicher Sachschaden. In Wiener Neustadt wiederum wurden vier Pkw von einer umgeknickten Plakatwand getroffen und beschädigt.

Allein in Salzburg standen 274 Helfer im Dauereinsatz

Nicht nur im Osten, sondern auch in Salzburg und Vorarlberg wurde in der Nacht auf Montag Katastrophenalarm ausgegeben. Wie das Landesfeuerwehrkommando mitteilte, waren im Flachgau, im Tennengau und in der Stadt Salzburg 274 Helfer im Einsatz, um überflutete Keller, Garagen und Unterführungen auszupumpen. In Thalgau blockierten die Wassermassen außerdem den Zubringer zur Westautobahn, in Hallein sorgten mehrere umgestürzte Bäume für stundenlange Blockaden.

Nicht ohne Folgen blieben die Unwetter in Tirol und Vorarlberg. So wurde nach einem Hangrutsch die Landesstraße 38 in Pfons bei Innsbruck auf einer Länge von 50 Metern verschüttet. Im Raum Bregenz fielen bis Mitternacht bis zu 70 Millimeter Regen pro Quadratmeter, am Rhein wurde die Hochwasser-Vorwarnstufe erreicht.