Abuja. Die Augenzeugenberichte aus Lagos klingen wie aus einem Alptraum. "Wir hörten Hilferufe, aber niemand konnte etwas für die Leute tun", sagte ein Nigerianer, der nach dem Absturz des Fluges 0992 der Dana-Airline zum Unglücksort geeilt war. "Wir wussten nicht, wie wir helfen sollten, der aufsteigende Qualm war einfach zu viel für uns." Die meisten der 153 Menschen an Bord verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Überlebt hat den Absturz am Sonntag vermutlich niemand. Und wie viele Opfer unter den Trümmern der Häuser liegen, auf die das Flugzeug gestürzt war, war auch am Tag nach dem Crash noch nicht abzusehen.

Tragisch waren auch die Szenen, die sich am Flughafen der nigerianischen Wirtschaftsmetropole abspielten. Als die Namen auf der Passagierliste vorgelesen wurden und letzte Hoffnungsschimmer sich in fürchterliche Gewissheit verwandelten, sollen mehrere Angehörige weinend zusammengebrochen sein.

Die Ursache des Unglücks war auch am Montag noch unklar. Experten zufolge hatte die 20 Jahre alte MD 83, die beim Landeanflug eine Hochspannungsleitung streifte, schon in der vergangenen Woche Probleme und hätte vermutlich nicht starten dürfen. Der Absturz war bereits der vierte Unfall einer nigerianische Maschine in den vergangenen zehn Jahren, bei dem mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen sind. Erst am Samstag war eine Frachtmaschine der Allied Air in Ghana über die Landebahn hinausgeschossen und in einen Minibus gekracht. 10 Menschen starben.