Hagelkörner nach einem Gewitter im Bezirk Melk. - © APAweb / PLUTSCH
Hagelkörner nach einem Gewitter im Bezirk Melk. - © APAweb / PLUTSCH

St. Pölten. Heftige Unwetter sind am Freitagabend nach Ober- über Niederösterreich hinweggezogen. Sie brachten alles, was die Palette zu bieten hat: Starke Regenmengen, Sturm, Hagel und Blitzschläge, die Dachstühle in Brand setzten. Die Hotspots verlagerten sich vom Wald- und Most- ins Weinviertel und forderten eine zunehmende Zahl an Einsatzkräften - schließlich waren es rund 1.400 Mann von 155 Feuerwehren, sagte Franz Resperger, Sprecher der Feuerwehr Niederösterreich, der APA.

Nur vier von 21 Bezirken des Bundeslandes blieben verschont. Im Waldviertel wurden Dutzende Keller überflutet, in Vitis kam es - möglicherweise durch Blitzschlag - zu einem Kaminbrand, der unter Kontrolle gebracht wurde.

Die Westautobahn stand still

  Im Mostviertel brachten tischtennisballgroße Hagelkörner und Regengüsse den Verkehr auf der Westautobahn (A1) bei Amstetten zum Erliegen. In Mannersdorf in der Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf im Bezirk Melk gibt es laut dem Landesfeuerwehrkommando kein Hausdach ohne Hagelschaden.

  Schlimm erwischte es Wieselburg (Bezirk Scheibbs), wo eiergroße Hagelbälle niedergingen - laut Resperger dürfte in der Stadt kaum eine Glaskuppel oder Eternitabdeckung intakt geblieben sein. Ein Lkw des Landesfeuerwehrverbandes aus Tulln wurde nach Wieselburg geschickt, beladen mit Schutzplanen im Ausmaß von 4.000 Quadratmetern, damit die beschädigten Dächer notdürftig dicht gemacht werden konnten. Laut Resperger wurden bisher 45 Schadensstellen gemeldet.

  Bäume stürzten auf Straßen, Häuser und Leitungen, Straßen wurden vermurt. In Herzogenburg und in Krems an der Donau setzten Blitze zwei Dachstühle in Brand. Die Feuerwehren rückten im Minutentakt aus, die Aufräumarbeiten im Bundesland dürften bis in die Nacht dauern.