Bratislava. Nach einem Verladeunfall im Winterhafen von Bratislava sind am Dienstag mindestens 13.600 Liter Erdöl in die Donau gelangt. Es war sogar von bis zu 30.000 Liter die Rede. Nach Angaben der Einsatzkräfte konnte das aus einem Tanker austretende Öl nicht restlos im Hafenbecken aufgefangen werden, ein Teil gelangte daher weiter in die Donau und ihren Seitenarm Kleine Donau. Damit sind Wasserschutzgebiete südlich von Bratislava bedroht, darunter die Große Schüttinsel, die für die Trinkwasserversorgung sowie die Landwirtschaft im Großraum Bratislava von zentraler Bedeutung ist. Die Flusswachten in Hamuliakovo und Gabcikovo sowie an der Grenze zu Ungarn wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Wegen der großen Menge des entwichenen Öls verständigte die slowakische Umweltinspektion die zuständigen Behörden in Österreich und Ungarn sowie die Donaukommission in Wien.

Zur Eingrenzung des Ölfilms wurde die Donau mit entschleunigenden Chemikalien versetzt. Laut den Einsatzkräften wird es mindestens drei Tage dauern, bis das Öl restlos aufgesaugt worden ist. Am Dienstag waren 45 Feuerwehrleute aus Bratislava und der näheren Umgebung im Einsatz.

Der Feuerwehr war am Dienstag um 2.27 Uhr gemeldet worden, dass aus einem im Winterhafen anliegenden Schiff 500 Liter Öl ausgetreten seien. Zwei Stunden später wurden bereits 20.000 Liter gemeldet, erst im Laufe des Vormittags korrigierte die Polizei die Angaben nach unten. Gegen Mittag meldeten die Einsatzkräfte, die Situation sei vorläufig unter der Kontrolle.

Winterhafen gesperrt


Auf Anordnung der Hafenverwaltung dürfen vorerst keine Schiffe im Winterhafen anlegen oder diesen verlassen. Nach bisherigem Erkenntnisstand trat das Öl bei einem Verladeunfall auf dem im Hafen liegenden Tanker "River 1" auf. Dort dürfte beim Einladen von Öl ein Schlauch gerissen sein. Zeugen wollen beobachtet haben, dass ein Mannschaftsmitglied bei den Verladearbeiten eingeschlafen sei.

Die Polizei ermittelt inzwischen gegen das private slowakische Unternehmen RiverTrans, dem der Tanker "River 1" gehört. Den Verantwortlichen für den Ölaustritt drohen wegen Wasserverseuchung eine Freiheitsstrafe von ein bis fünf Jahren Haft sowie ein saftiges Bußgeld.