Wien. Hitze, die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Sehnsucht nach Eiscreme und dem Wasser. Schwüle Nächte. Fast pünktlich mit dem Sommerbeginn kommenden Donnerstag zog auch die erste Hitzewelle ins Land. Spitzenreiter der vergangenen Tage war Imst in Tirol, wo die Quecksilbersäule am Samstag auf bis zu 34,2 Grad Celsius kletterte. An zweiter Stelle lag Jenbach, ebenfalls in Tirol, mit 33,4 Grad. In Wien hatte es bis zu 33,1 Grad, was zahlreiche Gäste in die Wiener Bäder lockte. Der Höhepunkt wird allerdings erst für Mittwoch erwartet - wenn es laut Florian Pfurtscheller vom Wetterdienst "Ubimet" bis zu 36 Grad heiß werden soll.

"Die höchsten Temperaturen wird es im Osten geben, also in Niederösterreich und dem Nordburgenland, vor allem aber um den Neusiedlersee herum", sagt der Meteorologe zur "Wiener Zeitung". Wien spiele mit den für Mittwoch prognostizierten 34 Grad Celsius in der oberen Liga mit. Mit den ansteigenden Temperaturen häufen sich allerdings die Gewitter. Sie wandern laut Pfurtscheller von Westen nach Osten: "Am Montag starteten sie in Vorarlberg und Tirol, heute, Dienstag, sind kurze Wärmegewitter auch im Wienerwald möglich."

Am Mittwoch - dem heißesten Tag - werde es zwar weitgehend trocken sein. "In der Nacht auf Donnerstag ziehen aber von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich starke Gewitter durch", so Pfurtscheller. Regengüsse dominieren schließlich auch den Donnerstag und Freitag - viel kühler soll es dadurch aber nicht werden. Temperaturen um die 30 Grad Celsius (im Westen bis zu 25 Grad) und eine große Schwüle werden erwartet. "Nächste Woche ist es dann aber nicht mehr so heiß", sagt der Meteorologe.

Warum hier derzeit eine Hitze vorherrscht, die Erinnerungen an Urlaubstage am Mittelmeer aufkeimen lässt? "Südwest-Strömungen transportieren heiße Luft aus dem Mittelmeer-Raum und Nordafrika nach Österreich", erklärt Pfurtscheller. Dazu komme, dass kurz vor der Sonnenwende am Donnerstag die Nächte kurz seien und daher die Sonne Kraft habe.

Rund 99.000 Gäste strömten in die Wiener Bäder

Hitzeempfindliche leiden vermutlich darunter - Bäderbesitzer freut es indes. So auch die Wiener Bäder (MA 44), die am Wochenende laut Sprecher Martin Kotinsky bis zu 99.000 Gäste pro Tag zählten. "Bis zum Rekord von 125.000 vom Juni 2008 wär’ zwar noch ein bissel gegangen - es war aber das erste Besucherhoch dieses Jahres." Und selbst wenn noch heißere Tage folgen: Davor, dass ein Bad wegen Überfüllung geschlossen wird, müsse sich niemand fürchten. "Jeder wird reingelassen, es kann höchstens passieren, dass die Umkleidekabinen voll sind", betont Kotinsky. Das Gänsehäufel etwa, das größte Wiener Bad, besuchten an einem Rekordwochenende rund 30.000 Gäste.

Der Badespaß der vergangenen Tage wurde aber auch von Unfällen überschattet. Auffallend vielen Kindern wurde das Wasser zum Verhängnis - ein Neunjähriger aus Amstetten in Niederösterreich starb sogar. Er badete am Sonntagabend mit seiner Mutter in der Ybbs, als ihn die starke Strömung abtrieb. Erst eine halbe Stunde später wurde er gefunden, die einstündige notärztliche Reanimation blieb jedoch erfolglos.

Erst am Samstag hatte eine Zehnjährige einen siebenjährigen Buben im Niedernsiller Badesee im Salzburger Pinzgau vor dem Ertrinken gerettet: Er war beim Spielen in den See gefallen. Ebenfalls am Samstag gab es zwei weitere Badeunfälle in Niederösterreich: Im Freibad in Mödling wurde ein Fünfjähriger aus dem Becken gerettet und ein Vierjähriger in Gerasdorf bei Wien aus einem Pool gezogen. Er war hineingefallen, als er seine Gießkanne füllen wollte. Beide wurden reanimiert.

Bereits wenige Zentimeter Wassertiefe können laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zur tödlichen Gefahr werden. Ist doch Ertrinken neben Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache von Unter-Fünfjährigen. Das Tückische dabei: Sie ertrinken leise, gehen also einfach unter, ohne wild um sich zu schlagen. Grund dafür ist laut KfV die unverhältnismäßige Verteilung ihres Körpergewichts - Kinder können ihren schweren Kopf nicht selber aus dem Wasser ziehen.